Das bisschen Militärdienst

Thursicht

Silvan Meile
Drucken
Teilen

Jetzt sind die Frauen an der Macht. Erstmals überhaupt ist der Thurgau fest in weiblicher Hand. Der Grosse Rat hat eine Präsidentin und eine Frau steht dem Regierungsrat vor, der durch eine Frauenmehrheit auffällt, was selbst heute schweizweit noch eine höchst seltene Konstellation ist.

Die Frauen sind auf dem Vormarsch. Deshalb ist die Zeit reif, sie auch ans schwere Geschütz zu zwingen, denkt sich Verteidigungsminister Guy Parmelin. Wegen militärischen Personalsorgen will er, dass auch die 18-jährigen Schweizerinnen künftig zum obligatorischen Informationstag der Armee antraben müssen.

«Endlich», sagen nun jene, die für echte Gleichberechtigung einstehen und nicht einmal Kinder gebären dürfen. Wer Emanzipation will, sollte doch lernen, eine Handgranate zu werfen und mit dem Sturmgewehr eine 20er-Serie aus der Hüfte zu schiessen. Die Frauen bringen ja ihren Job, den Haushalt, die Betreuung von Kindern und Ehemann sowie die Pflege der Schwiegereltern bereits unter einen Hut. Das bisschen Militärdienst können sie auch noch leisten, wenn sich schon immer mehr junge Männer davor drücken.

Doch dieser Schuss kann nach hinten losgehen. Nachdem die Frauen unter Zwang am Infotag der Armee waren, werden sie erst recht nichts mehr vom Militär wissen wollen, mahnt Nationalrätin Edith Graf-Litscher. Und damit beweist sie, dass es die Thurgauer Frauen vor allem in der Bundespolitik braucht.

Silvan Meile

silvan.meile@thurgauerzeitung.ch

Aktuelle Nachrichten