Dank strenger Erziehung zum Titel

Nicht nur Frauenfelds frischgebackener Mister Schweiz Luca Ruch hetzt zurzeit vom einen zum anderen Termin. Auch seine Familie wird beansprucht. Lucas Mami, Eda Ruch, ist aber sowieso schon stolz auf ihren Luca und erzählt von seiner geliebten Lasagne alla mamma.

Mathias Frei
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Eda Ruch: Die junggebliebene Mister-Mutter würde gerne in zehn Jahren Grossmutter sein. (Bild: Reto Martin)

Eda Ruch: Die junggebliebene Mister-Mutter würde gerne in zehn Jahren Grossmutter sein. (Bild: Reto Martin)

frauenfeld. «Mami, bin beim Nachbarsbub am Spielen.» Solche und viele andere Zettel hat der neue Mister Schweiz Luca Ruch früher Mami Eda oder Papi René geschrieben. Kleine Notizen, an die sich Mister-Mutter Eda Ruch heute mit einem Lächeln zurückerinnert.

Und schon immer sei es mit dem heute 21jährigen Luca «ring» gelaufen. «Luca war nach einer problemlosen Geburt ein Muster-Säugling. Da hat's schon angefangen», sagt Eda Ruch, die aus Venedig stammt. Bis zu seinen ersten Schritten sei Luca wohl das zufriedenste Kind auf Erden gewesen, dann noch ein liebes Kind und später auch ab und zu ein Lausbub. Aber alles im Rahmen.

Und wenn sich der jugendliche Jungspund Luca nach dem Fussballtraining vielleicht mal verspätete, weil er mit seinen Teamkollegen noch eins trinken gegangen war, konnte sich Eda Ruch darauf verlassen, dass er schnell eine SMS schickte oder daheim anrief.

Verspätete Gratulationen

Eda Ruch, Lucas Mutter, hat zur Zeit viel um die Ohren. Am letzten Samstag an der Wahl zum Mister Schweiz 2011 in der Kreuzlinger Bodensee-Arena hätten sie unter höchster Anspannung mitgefiebert, bis zum Schluss sein Name gefallen sei.

Gratulieren konnte die Mister-Mutter ihrem Sohnemann erst drei Stunden nach der Wahl. Er musste danach grad weiter nach Bad Ragaz an einen ersten Pressetermin. Währenddessen genehmigte sich Familie Ruch im Schlosskeller in Frauenfeld noch einen Schlummertrunk.

Der Rummel um Luca sei jetzt schon sehr gross. Die Tagesabläufe seien ungewohnt, bisweilen auch anstrengend. Aber sie mache gerne mit, sagt Eda Ruch. Und freut sich aber auch darauf, nun noch bei einem Cüpli die Sonne zu geniessen. Sie, die mit Jahrgang 1956 in Frauenfeld geboren wurde, danach aber während acht Jahren in Italien bei den Grosseltern lebte, um in Weinfelden die Schulen zu machen und Telefonistin bei der PTT zu lernen. Später arbeitete sie auf Sekretariaten und auch im Service, bis Lucas Schwester Catia 1985 auf die Welt kam. Zur Zeit wirkt sie abermals und in Teilzeit auf dem Sekretariat einer Physiotherapie-Praxis.

Strenge Mutter

Lucas Eltern Eda und René Ruch leben seit acht Jahren getrennt. Die Scheidung erfolgte letzten Dezember. Zu Lucas Papi habe sie gleichwohl ein hervorragendes Verhältnis, sagt Eda Ruch. Er gehe bei ihnen zu Hause, in einer Reihenhauswohnung, wo Mutter, Tochter und Sohn leben, ein und aus. Er habe sich immer um die Kinder bemüht. Für Luca sei der Papi vielleicht eher mal ein Kumpeltyp gewesen, wohingegen sie einfach «s'Mami» gewesen sei, eher streng erzogen habe. Gott sei Dank, dass ihr Mann einen Gegenpol dazu gebildet habe. Vielleicht sei sie manchmal zu streng gewesen. Aber als Eltern wolle man einfach alles richtig machen. Luca sei nicht auf die schiefe Bahn geraten, habe eine Lehre gemacht, nun ein Studium. Das macht Eda Ruch schon stolz.

Noch mehr Freude hätte sie, in zehn Jahren Grossmutter zu sein, Luca als Familienvater zu erleben. Zuerst kommt aber noch das Mister-Jahr. Woran Luca hoffentlich im Positiven wachsen werde, wünscht sich «s'Mami».

Schon als Kind attraktiv: Der neue Mister Schweiz in jungen Jahren. (Bilder: pd)

Schon als Kind attraktiv: Der neue Mister Schweiz in jungen Jahren. (Bilder: pd)

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