Dank iPad auf dem richtigen Pfad

FRAUENFELD. Die Kantonsschule Frauenfeld hiess gestern rund 240 neue Schülerinnen und Schüler willkommen. Die Neulinge der Informatik- und der Fachmittelschule absolvierten eine Art Kanti-OL mit elektronischer Navigationshilfe.

Luisa Aeberhard
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«Was steht auf dem Menuplan? Die Neulinge Lucas Oliva und Noé Zimmermann unterwegs in der Mensa der Kanti Frauenfeld. (Bild: Reto Martin)

«Was steht auf dem Menuplan? Die Neulinge Lucas Oliva und Noé Zimmermann unterwegs in der Mensa der Kanti Frauenfeld. (Bild: Reto Martin)

Schulbeginn um 7.15 Uhr in der Kantonsschule Frauenfeld: 238 neue Schüler trudeln langsam in der Aula ein. Hie und da ein Gähnen, dann wieder ein freundliches «Grüezi», wenn ein Lehrer vorbeigeht. «Ich bin verloren», sagt eine Austauschschülerin mit französischem Akzent. Prorektor Beat Brüllmann führt sie an ihren Platz, die Schüler sitzen geordnet nach Klassen.

7.25 Uhr: Die Lichter gehen aus, Fachmittelschülerinnen tanzen im blauen Scheinwerferlicht. Die Neuankömmlinge sind mucksmäuschenstill. Nach der Tanzeinlage geht es gleich weiter mit einem Film, den Ehemalige gedreht haben. Lehrer und Schüler antworten auf die Frage: «Was ist eine gute Mittelschule?» und äussern sich zu den vier Leitwörtern der Kanti. Diese sind: Zusammenarbeit, Leistung, Respekt und Offenheit.

«Erste Hürde bereits geschafft»

«Mit der bestandenen Aufnahmeprüfung haben Sie die erste Hürde bereits geschafft», sagt Rektor Hanspeter Hitz. Nach seiner Rede folgen einige Mitteilungen, und ein Sprecher des Schülerrats kommt zu Wort. Dieser vertritt die Interessen und Anliegen der Schülerschaft. Während Gymnasiasten, Handelsmittelschüler und Informatikschüler mit ihren Lehrern klassenweise die Aula verlassen, informiert Prorektorin Pascale Chenevard die Fachmittelschüler über die Ausbildung.

Wo die Lehrer Kaffee trinken

8.30 Uhr: Alle neu eingetretenen Informatik- und Fachmittelschüler begeben sich mit einem iPad in Zweiergruppen auf den Kanti-Pfad. Auf diesem müssen die Schüler Fragen beantworten, Strichcodes einscannen und Wegbeschreibungen folgen. Um Fragen wie etwa: «Wo trinken die Lehrer ihren Kaffee?» oder «Was steht in dieser Woche auf dem Menuplan der Mensa?», zu beantworten, müssen die Schüler an den Ort des Geschehens, also ins Lehrerzimmer und vor die Mensa gehen. Sie müssen die Lösungen zu einer bestimmten Zeit ins iPad eingetippt haben.

Spielerisches Kennenlernen

Kantilehrer Sven Nüesch hatte die Idee, den «Kanti-Trail» mit Hilfe der App «Actionbound» zu gestalten. Mit der App lassen sich individuelle Routen, Medieninhalte, Rätsel und Aufgaben erstellen. Der Pfad führt durch das Hauptgebäude, den Neubau und den Sportplatz. Gestartet wird vor dem Haupteingang oder dem Neubau. Die Schüler gehen verschiedene Routen. So lässt es sich vermeiden, dass eine Gruppe der anderen nachläuft und somit keine Eigenleistung vollbringt. Hauptziel des spielerischen Rundgangs ist, dass die Schüler die Kantonsschule selber auskundschaften. Zudem «lernen sich die Schüler gegenseitig besser kennen», sagt Nüesch. Sie lernen aber auch ihr künftiges Arbeitsgerät kennen, denn die Schüler müssen sich nach der Probezeit ein iPad zulegen. Die Kanti helfe dabei, sagt Pascale Chenevard. «iPads eignen sich für die schnelle Recherche, das individuelle Arbeiten mit Apps oder auch für Präsentationen», sagt die Prorektorin.

9.15 Uhr: Die Informatikmittelschüler Noé Zimmermann und Lucas Oliva lesen ihre nächste Aufgabe auf dem iPad. Sie müssen ein Musikzimmer finden und fiktiv entscheiden, ob sie Klavier oder Geige spielen wollen.

Zimmermann steuert auf das Klavier zu, während Oliva sich Instruktionen von der Geigenlehrerin einholt. Doch die E-Geige scheint nicht zu funktionieren. «Die Batterie hat den Geist aufgegeben», sagt Musiklehrer Robert Matti. Nach einer Verzögerung klappt es dann aber doch. Das Resultat: Harmonische Klänge, mal zögernd und leise, mal laut und energisch.