«Damit werden die Tierversuche wegfallen»

Nachgefragt

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Die 23-jährige Chemiestudentin Sonia De Andrade aus Frauenfeld erhält für ihre Bachelorarbeit den diesjährigen Max-Lüthi-Preis. Sie befasste sich mit der Weiterentwicklung druckbarer Biomaterialien. Der Preis ist eine Auszeichnung für ihre heraus­ragende Arbeit.

Sonia De Andrade, was sind druckbare Biomaterialien?

Das sind Komponenten der Bioink, der biologischen «Tinte». Damit können komplexe Gewebemodelle mittels 3D-Bioprinting hergestellt werden. Beispielsweise ist es möglich, mit Kollagen, das ist ein wesentlicher Bestandteil der Haut, ein Hautmodell zu erstellen. Dieses kann dann von Kosmetikfirmen benutzt werden, um ihre neuen Mittel daran zu testen. Damit entfallen die Tierversuche.

Was ist 3D-Bioprinting?

Das ist eine spezielle Form eines 3D-Druckers. Diese Technik soll es zu einem späteren Zeitpunkt ermöglichen, ganze Organe, wie eine Leber, herzustellen.

Wo genau lag Ihr Fokus?

Speziell habe ich mich mit der Bioink, vereinfacht gesagt mit der «Druckpatrone», auseinandergesetzt. Beispielsweise habe ich die Effekte unterschiedlicher Zusammensetzungen solcher biologischen «Tinten» untersucht.

Woher stammt die Idee für Ihre Arbeit?

Das Projekt wurde von der Forschungsgruppe «3D Tissues and Biofabrication» der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften vorgeschlagen. Ich fühlte mich gleich angesprochen. 3D-Bioprinting fasziniert mich, und ich hätte mir keine spannendere Bachelorarbeit wünschen können. Ich war total begeistert und bin es immer noch.

Wie haben Sie sich gefühlt, als Sie den Max-Lüthi-Preis erhalten haben?

Die Preisverleihung hat noch nicht stattgefunden, da der Termin kurzfristig verschoben wurde. Aber trotzdem – es ist schon ein super Gefühl. Es ist wirklich eine grosse Ehre für mich, diese Auszeichnung zu bekommen.

Was machen Sie mit den 1000 Franken Preisgeld?

Ich muss sparen, da ich im Sommer mein GA wieder erneuern muss. Aber es wird bestimmt noch dafür reichen, mit meiner Forschungsgruppe auf den Erfolg anzustossen.

Warum haben Sie sich überhaupt für ein Chemiestudium entschieden?

Chemie ist überall, und durch ihr Verständnis kann man sehr viel bewirken. Das fasziniert mich. Chemie ist eine Wissenschaft, die nie stehen bleibt und deshalb nie langweilig wird. (vst)