Da und dort tut es schon weh

FRAUENFELD. Lorenz Odermatt, Tätowierer mit Studio in Frauenfeld, ist Mitorganisator der Tattoo Fuur am Wochenende. In der Konvikthalle ermöglichen er und seine Berufskollegen einen Einblick in eine besondere Welt.

Christoph Keller
Drucken
Teilen
Tätowierer Lorenz Odermatt spritzt die Tinte für den individuellen Körperschmuck in die zweite Hautschicht. (Bild: Christoph Keller)

Tätowierer Lorenz Odermatt spritzt die Tinte für den individuellen Körperschmuck in die zweite Hautschicht. (Bild: Christoph Keller)

Ein Tattoo gefällig? Am kommenden Samstag stellen zahlreiche Tätowierer mit unterschiedlichsten Stilrichtungen ihre Kunst zur Schau und ermöglichen einem interessierten Publikum einen sonst nur schwierigen Vergleich zwischen den einzelnen Techniken.

Für das breite Publikum

Der Event wird von einem Team des Tattoo-Clubs Frauenfeld bereits zum siebten Mal ausgerichtet. Die Tattoo Fuur ist in ihrer Art eine eher seltene Form der Präsentation, bei der es darum geht, dass das Publikum einen Einblick in die unterschiedlichen Techniken erhält. Weit häufiger sind die Tattoo Conventions, bei denen es eher um den Austausch von Stilformen und Techniken unter Profis geht. Auch solche Happenings sind dann zwar öffentlich, es wird dort aber ein Eintrittsgeld erhoben.

Private Parties im Trend

«Leider kommen im Moment private Tattoo-Parties auf, bei welchen die Gäste mit Material hantieren, das sie im Internet gekauft haben», stellt Lorenz Odermatt, Inhaber des Tattoo-Studios Good Stuff in Frauenfeld, mit Bedauern fest. Dabei werden zum Teil Sujets hergestellt, die nachher von einem Profi überstochen werden müssen. «Um solche Aufträge reisst sich kein seriöser Tätowierer», ergänzt Odermatt, der selber mehr als 50 Prozent seiner Hautfläche mit Tattoos versehen hat.

Die Kunden kommen mit unterschiedlichsten Wünschen ins Studio: Ideen aus dem Internet und bereits ausgedruckte fertige Vorlagen sind die häufigsten Formen. Gelegentlich steht aber auch der eigenständige Stil des Tätowierers im Vordergrund, das Motiv ist dann eher zweitrangig. Solche Aufträge sind dann die wirklichen Highlights für Tattoo-Künstler. «Ich steche erst, wenn ich überzeugt bin, dass ich das volle Vertrauen des Kunden habe», betont Odermatt. «So ist die Chance am grössten, dass das Tattoo wirklich gefällt.»

Zum Teil mehrere Sitzungen

Nach einer Vorbesprechung sind teilweise zahlreiche Sitzungen nötig. Bis ein grosses Motiv – zum Beispiel auf dem ganzen Rücken – fertig ist, kann es bis zu anderthalb Jahre dauern. Dabei spielt nebst der Technik und der Kompliziertheit des Sujets auch eine Rolle, wie lange ein Kunde das Tätowieren überhaupt erst erträgt: Gewisse Körperstellen sind viel sensibler als andere und lassen deshalb nur kurze Sitzungen zu.

Ein weiterer entscheidender Faktor ist das Portemonnaie: Eine stündige Sitzung kostet 200 Franken. Nur schon deshalb lohnt es sich, vorgängig eine gute Planung der Grösse des Motivs und der Qualität der Technik zu machen.

Schöne Sujets – fitter Körper

Das gestochene Bild bleibt gemäss Lorenz Odermatt viel länger schön, wenn der Kunde einen guten Lebenswandel hat und sich gesund ernährt. Das Auffrischen eines Motivs ist zwar möglich, der Körper baut die Farbe über die Jahre aber langsam ab, die Farbintensität geht langsam verloren.

Am Samstag, 9. Mai, beherbergt die Konvikthalle in Frauenfeld die Tattoo Fuur: 22 Tätowierer zeigen dabei von 10 bis 21 Uhr ihre Kunst. Der Eintritt ist frei.

Aktuelle Nachrichten