CVP setzt auf bewährte Köpfe

FRAUENFELD. Das Spektrum der CVP-Liste reicht von der Lehrtochter bis zum Rechtsanwalt. Die CVP Frauenfeld sieht sich nicht als Mode-, sondern als Familienpartei. Sie macht sich für den geplanten Veloweg stark und vertraut an den Wahlen vom 3. April auf erfahrene Kräfte.

Melissa Müller
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Die Köpfe der CVP: Die Partei setzt auf eine gute Durchmischung nach Alter und Geschlecht. (Bild: Nana do Carmo)

Die Köpfe der CVP: Die Partei setzt auf eine gute Durchmischung nach Alter und Geschlecht. (Bild: Nana do Carmo)

Was die CVP Frauenfeld im Gemeinderat auszeichnet, ist ihre Konstanz. Während bei anderen Parteien ein reges Kommen und Gehen herrscht, halten bei der CVP bewährte Kräfte die Stellung. In der ablaufenden Legislatur hörte lediglich Gerichtspräsident Rudolf Fuchs aufgrund beruflicher Belastung auf; Kathrin Wetli rückte nach.

Die CVP konnte ihre Sitze 2007 halten und besetzt 5 der 40 Gemeinderatssitze. Die vier gestandenen Gemeinderäte Marcel Epper, Stefan Geiges, Christoph Regli und Kathrin Wetli dürften wiedergewählt werden. Stefan Hager tritt indes zurück. «Wir setzen alles daran, diesen Sitz halten zu können», sagt Susanna Dreyer, Präsidentin der CVP Frauenfeld.

Mit dem Listenplatz 5 hat Gallus Hug gute Chancen nachzu- rücken. Er verdient seine Brötchen als Gemeindekassier von Ermatingen. Hinter ihm, auf Platz 6, kandidiert Juristin Saskia Schmid-Geene. Sie ist mit dem Tierarzt Michael Schmid verheiratet, der mit seinem berühmten Wallach Erdeni zahlreiche Pferderennen gewonnen hat.

Ehrgeizige Polit-Neulinge

Unter den 20 Kandidaten auf Liste 10 befinden sich Newcomer wie Nathanael Hug. Dem Sohn von Gallus Hug wurde das Politisieren in die Wiege gelegt: Nathanael Hug arbeitete schon im Vorstand der CVP mit und hat sich als Handballtrainer des SC Frauenfeld einen Namen gemacht. «Ich mag es, Argumente abzuwägen», sagt der 25jährige Jus-Student.

Ein Blickfang auf der Liste ist die erst 21jährige Hochbauzeichnerin Maria Röllin. Die attraktive Tochter von Wahlkampfleiterin Rosa Röllin kandidiert zugleich für die Miss-Ostschweiz-Wahl.

Neben Mutter und Tochter Röllin sind auch Paul Gruber, der in Frauenfeld weit herum bekannte Forstingenieur, und die 32jährige Hausärztin Caroline Müller-Gruber verwandt – sie ist seine Tochter. Grubers Sohn Matthias kandidiert zwar nicht für den Frauenfelder Gemeinderat, wurde von der Jungen CVP jedoch auf die Nationalratsliste der Jung-CVP gesetzt. Für den Nationalrat und den Gemeinderat zugleich kandidiert Stephan Schwager. Der Doktorand in Mikrobiologie nimmt auf der Gemeinderatswahlliste den 10. Platz ein. Zwei Plätze vor ihm ist Ingenieur Urs Dünnenberger präsent, der sich zusammen mit den Grünen und den Grünliberalen für die Frauenfelder Solarinitiative stark gemacht hatte.

Gegen höhere Stadtratslöhne

Zu den Strippenziehern der Frauenfelder CVP gehört Bauunternehmer Stefan Geiges. Im Vorfeld der Wahlen vom 3. April wirbt er als einziger mit einem Flugblatt für seine Person. «Ich bleibe dran», lautet der Slogan des Gemeinderats, der sich als Gegner einer Lohnerhöhung für die Stadträte profiliert hat. Geiges ist auch ein gefragter Mann bei Verkehrsfragen. Er lobt die gute Politkultur in Frauenfeld. «Sogar bei harten Kämpfen wie bei der F21 wahren unsere Politiker den Anstand.»

Die CVP-Mitglieder sind stolz, keine Polterer zu sein. «Viele Politiker hören sich gern reden», sagt Geiges. «In der CVP bewegen wir dagegen viel im Kleinen, leisten wichtige Hintergrundarbeit in den Kommissionen. Und wir sind bei grossen Entscheidungen im Gemeinderat meist das Zünglein an der Waage.»

Frauenfeld als Velostadt

Im Gegensatz zur SVP will sich die CVP für den geplanten Regio-Radweg einsetzen, der zwischen Gachnang und Felben-Wellhausen verlaufen soll. «Auf den ersten Blick erscheint er sehr teuer», sagt Geiges. «Aber es handelt sich um eine langfristige Investition. Dieser Veloweg wird für unsere Region in zehn, zwanzig Jahren von grosser Bedeutung sein.» CVP-Präsidentin Susanna Dreyer geht darin mit ihm einig: «Frauenfeld ist eine Velostadt», sagt sie. Nirgends sehe sie so viele Frauen, die mit dem Velo einkaufen gehen. «Dem sollte man Sorge tragen, indem man mehr Sicherheit im Strassenverkehr bietet.»

Mit ihrer Stadträtin Elsbeth Aepli Stettler zeigt sich Susanna Dreyer zufrieden: «Elsbeth Aepli bringt mit dem Alterszentrum Park ein wichtiges Projekt zu einem guten Abschluss.»

Welche Rolle spielt bei der CVP noch das «C», das Christliche? «Wir sind nicht mehr nur eine Partei für Katholiken, sondern für alle, die nach christlichen Werten leben», sagt Susanna Dreyer. «Unsere Partei ist kein Modegag», ergänzt Wahlkampfleiterin Rosa Röllin. «Sie ist gewachsen und verankert. Unsere Werte bleiben über Generationen erhalten und werden weitergelebt.»

Bild: Melissa Müller

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