Connyland: Tierschützer rufen zum Boykott des Thurgaus auf

LIPPERSWIL. Tote Delfine, Ungereimtheiten bei einer Untersuchung gegen das Connyland und nun die Weigerung des Bundesrats, ein Importverbot für Delfine zu erlassen: Den deutschen Tierschutzorganisationen reicht es. Sie rufen Touristen dazu auf, den Kanton Thurgau zu boykottieren.

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Die Delfinhaltung im Connyland sorgt immer wieder für Kritik von Tierschützern. (Bild: Reto Martin)

Die Delfinhaltung im Connyland sorgt immer wieder für Kritik von Tierschützern. (Bild: Reto Martin)

Die Schlagzeilen rund um den Freizeitpark Connyland und das Thema Delfine reissen nicht ab. Einen Tag nachdem bekannt wurde, dass der Bundesrat ein von Nationalrätin Brigitta Gadient gefordertes Importverbot für Delfine ablehnt, melden sich deutsche Tierschützer per Communiqué zu Wort. Die Organisationen Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) und ProWal ermuntern Touristen dazu, den Kanton Thurgau zu meiden.

Jürgen Ortmüller, Geschäftsführer des WDSF, wird in der Pressemitteilung wie folgt zitiert: «Lediglich eine Prüfung der Haltungsbedingungen, die der Bundesrat nach Ablehnung eines Importverbots angekündigt hat, ist lächerlich. Bis das durch ist, sind die verbleibenden drei Delfine wahrscheinlich auch tot.» ProWal-Geschäftsführer Andreas Morlok hält seinerseits fest, die Organisationen würden jetzt zum Tourismus-Boykott des Kantons Thurgau aufrufen: «600 Betriebe, die auf den Tourismus angewiesen sind, haben wir in unserer Boykott-Liste bisher erfasst. Erst wenn wir den Connyland-Betreibern den finanziellen Wurstzipfel vor der Nase abschneiden, kommen sie vielleicht zur Vernunft und konzentrieren sich auf ihren Vergnügungspark ohne Delfinhaltung.» (pd/dwa)