Connyland: Medikamente beschlagnahmt

LIPPERSWIL. Im Zuge der Ermittlungen rund um den Tod von zwei Delfinen ist im Connyland auch ein chinesisches Heilmittel beschlagnahmt worden. Tierschützer sehen in ihm einen möglichen Auslöser für den Tod der Tiere. Der behandelnde Connyland-Tierarzt winkt ab.

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Das Connyland und seine Delfinhaltung kommen nicht aus den Schlagzeilen. (Bild: Archiv/Reto Martin)

Das Connyland und seine Delfinhaltung kommen nicht aus den Schlagzeilen. (Bild: Archiv/Reto Martin)

Ist das chinesische Heilmittel «Yunnan Baiyao» für den Tod der Connyland-Delfine verantwortlich? Deutsche Tierschützer melden, es sei mit anderen Medikamenten im Freizeitpark beschlagnahmt worden. Jürgen Ortmüller, Geschäftsführer des deutschen Wal- und Delfinschutz-Forums: «Ein ehemaliger Delfintrainer hat uns bestätigt, dass das Mittel dem Futterfisch für die Delfine beigemengt wurde. Dies, obwohl gemäss Produktebeschrieb nach der Einnahme der Medizin die Aufnahme von Fisch vermieden werden soll.»

«Nie Probleme gehabt»
Connyland-Tierarzt Gregor Müller bestätigt auf Anfrage, dass das Mittel im Einsatz war - «so wie meiner Kenntnis nach in vielen anderen Definarien, und zwar seit vielen Jahren.» Es handle sich um ein chinesisches Kräuterpräparat, das unter anderem den Energiefluss verbessere. Die Aussage, es nicht in Verbindung mit Fisch einzunehmen, sei wohl auf den Menschen gemünzt, der einen anderen Stoffwechsel habe - «wir haben es immer mit Futterfisch abgegeben und nie Probleme gehabt.»

«Spekulation»
Staatsanwalt Patrick Müller hält fest, die Analyse der Wirkstoffe fliesse in die Untersuchungen zum Tod der beiden Tiere ein. Einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Medikament und dem Tod der Delfine bezeichnet er als Spekulation. Das gleiche Wort verwendet der Thurgauer Kantonstierarzt Paul Witzig - für ihn besteht nach wie vor kein Anlass, die drei übriggebliebenen Connyland-Delfine zu beschlagnahmen, wie dies Tierschutzorganisationen fordern. (dwa)