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Connyland: Die Delfinshow geht weiter

LIPPERSWIL. Deutsche Tierschützer haben das Connyland aufgrund des Untersuchungsberichts zu den beiden toten Delfinen angezeigt. Dem Kanton droht weiterhin ein Tourismusboykott. Nichtsdestotrotz will der Freizeitpark an den Shows mit den Säugern festhalten.
Daniel Walt
Im Visier der Tierschützer: das Connyland. (Bild: Keystone)

Im Visier der Tierschützer: das Connyland. (Bild: Keystone)

Seit Anfang Woche ist klar, woran die beiden Connyland-Delfine Shadow und Chelmers gestorben sind: Die Untersuchungen ergaben, dass Gehirnschädigungen, ausgelöst durch ein Antibiotikum, für den Tod der Meeressäuger verantwortlich waren. Um welches Mittel es sich handelte, wollte die Staatsanwaltschaft am Montag noch nicht sagen. Nun äussert das deutsche Wal- und Delfinschutzforum einen Verdacht.

Das fragliche Mittel
«Nach dem WDSF vorliegenden Informationen soll es sich beim dem tödlichen Antibiotikum offenbar um Amoxicilline-clav.ac gehandelt haben», schreibt die Organisation in einer Medienmitteilung. Am 8. November, dem Todestag von Delfin Shadow, soll der entsprechende Facharzt den Mitarbeitern des Connylands die Anweisung gegeben haben, das Mittel bei den behandelten Delfinen abzusetzen. Die übrige medikamentöse Behandlung solle aber aufrecht erhalten werden. Wenige Tage später war auch Delfin Chelmers tot.

Beweismittel zur Verfügung stellen
Nach Bekanntwerden der Todesursache der beiden Delfine hat das Wal- und Delfinschutzforum bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen das Connyland und die entsprechenden Mitarbeiter gestellt. Die Organisation will der Staatsanwaltschaft alle vorliegenden Beweismittel zur Verfügung stellen.

Sorge um verbliebene Delfine
Kurz nach dem Wal- und Delfinschutzforum hat sich am Mittwoch auch die Organisation Pro Wal zu Wort gemeldet. Geschäftsführer Andreas Morlok zeigt sich besorgt um das Wohlergehen der verbliebenen Connyland-Delfine. «Wenn nun schon strafrechtliche Ermittlungen gegen die beiden Tierärzte eingeleitet worden sind, dann dürften diese nun nicht mehr für die Betreuung der Delfine zuständig sein. Wir befürchten, dass es nun weiterhin keine fachkompetente Versorgung für die Tiere gibt», hält er fest. Mit Verweis auf ein Interview von Connyland-Geschäftsführer Erich Brandenberger bei Radio 24 stellt Pro Wal zudem fest, das Connyland wolle die kommerziellen Delfinshows weiterführen. «Mit drei Delfinen kann aber keine nachhaltige Zucht betrieben werden. Deshalb steht zu befürchten, dass schon bald weitere Delfine in die Schweiz importiert werden», stellt Pro Wal fest.

Boykottliste steht bereits
Aus all diesen Gründen will Pro Wal nun ernst machen und einen bereits im vergangenen Jahr angekündigten Tourismus-Boykottaufruf gegenüber dem Kanton Thurgau vorbereiten. Die Organisation habe am Mittwoch viele Gemeindeverwaltungen und Betriebe im Kanton Thurgau, die auf das Tourismusgeschäft angewiesen seien, über den anstehenden Tourismusboykottaufruf informiert. Wann und in welcher Breite der Boykott ausgerufen wird, soll noch entschieden werden. «Bisher sind mehr als 800 Betriebe, die in der Tourismusbranche tätig sind, in der Boykottliste erfasst», so Pro Wal.

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