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Connyland-Delfin stirbt vor dem Abtransport

LIPPERSWIL. Im Freizeitpark Connyland ist ein weiterer Delfin gestorben. Der achtjährige Angel wurde während der Vorbereitungen für die geplante Umsiedlung nach Jamaika krank und starb am 3. November, wie Geschäftsführer Erich Brandenberger am Montag vor den Medien sagte. Deutsche Delfinschützer kritisieren das Connyland derweil harsch - die Rede ist von «Profitgier bis zur letzten Minute».
Die Delfine waren die Hauptattraktion des Connylands - damit ist es nach dem Weggang der Tiere vorbei. (Bild: Keystone)

Die Delfine waren die Hauptattraktion des Connylands - damit ist es nach dem Weggang der Tiere vorbei. (Bild: Keystone)

Bei Angel wurde nach dem Tod eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse festgestellt. Die Connyland-Verantwortlichen vermuten laut Brandenberger, dass Stress die Ursache dafür war. Im Hinblick auf den Transport der drei Connyland-Delfine Chicky (27), Angel (8) und Secret (2) in die Meereslagune «Dolphin Cove» im Jamaika habe der Tagesablauf der Delfine umgestellt werden müssen. Das Einpacken der Delfine in eine Stretch-Matte sei intensiv geübt worden. «Das alles war zuviel für Angel», heisst es in einem Communiqué des Connyland.

Das Delfin-Weibchen Chicky und ihr Junges Secret wurden am vergangenen Samstag in speziellen Transportboxen und unter Polizeibegleitung mit einem Sattelschlepper zum Flughafen Zürich transportiert. Von dort brachte ein Boeing-737-Transportflugzeug die Delfine nach Jamaika.

Zwei Delfine in Jamaika gut angekommen
Am Sonntag seien die Tiere in der Lagune «Dolphin Cove» am Meer angekommen. Dort werden Chicky und Secret in eine bestehende Delfinfamilie integriert. Die beiden Tiere seien wohlauf, sagte Brandenberger. Nadja Gasser und der Chef-Delfintrainer des Connyland seien bei ihnen.

Mit der Umsiedlung der beiden Delfine nach Jamaika und dem Tod von Angel geht im Freizeitpark in Lipperswil eine Ära zu Ende. Seit 40 Jahren wurden im Connyland Delfine gehalten, maximal bis zu sieben Tiere. Das traurige Ende dieser Ära sei «unglaublich emotional», sagte Erich Brandenberger, der an der Medienkonferenz mit den Tränen kämpfte. Mitte Oktober hatten Chicky, Angel und Secret zum letzten Mal vor Publikum in Lipperswil ihre Sprünge gezeigt. Danach wurde das letzte Delfinarium der Schweiz geschlossen. Ein vom National- und Ständerat Mitte 2012 beschlossenes Importverbot für Delfine bedeutete für das Delfinarium das Aus. Eine natürliche Nachzucht ist mit drei verbleibenden Tieren nicht möglich.

Doppelter Delfintod
Das Connyland war vor zwei Jahren in die Schlagzeilen geraten: Damals starben innert einer Woche zwei Delfine. Dies rief Tierschützer auf den Plan, und es kam zu einer Strafuntersuchung. Die Thurgauer Staatsanwaltschaft kam zum Schluss, die Delfine seien an einer Gehirnschädigung als Folge von zu hoher Antibiotika-Verabreichung gestorben. Ein deutscher Tierarzt wurde mit 4000 Franken gebüsst, das Verfahren gegen einen zweiten, ortsansässigen Veterinär wurde eingestellt. Connyland-Geschäftsführer Erich Brandenberger zweifelte die Untersuchung der Staatsanwaltschaft an. Die beiden Delfine seien vergiftet worden, zeigte sich Brandenberger noch im vergangenen Juli überzeugt.

«Profitgier bis zur letzten Minute»
In einem Communiqué übt das deutsche Wal- und Delfinschutzforum (WDSF) harsche Kritik an den Verantwortlichen im Connyland. «Es ist unverständlich, warum die sensiblen Meeressäuger dem Stress ausgesetzt wurden, für die Vorbereitung der Überseereise jeden Morgen um 5 Uhr offenbar in eine kleine Transportkiste gepfercht zu werden», heisst es in der Mitteilung. Bis Mitte Oktober hätten die Delfine noch an den Shows teilnehmen müssen, um dann fast übergangslos mit einer ungewohnten Situation fertig zu werden. «Das grenzt an Profitgier bis zur letzten Minute. Wir werden die Schweizer Staatsanwaltschaft um Aufklärung bitten, ob hier nicht eine Vertuschung von Tierquälerei vorliegt», so die Delfinschützer.

«Kommerzieller Stress»
Die reibungslose Integration der beiden überlebenden Connyland-Delfine im Dolphin Cove mit den beiden vorhandenen männlichen Wildfängen zweifelt das WDSF an. Es gäbe bei Transfers in andere Delfinarien immer wieder das Bedrängen der Neu-Delfine durch den Altbestand, das oft mit Verletzungen verbunden sei. Geschäftsführer Jürgen Ortmüller: "Die Connyland-Delfine hätten, wie von uns mehrfach vorgeschlagen, gut und monatelang vorbereitet, in eine menschenbetreute Meereslagune verbracht werden sollen, ohne dass sie erneut einem kommerziellen Stress ausgesetzt werden. Das Connyland wollte vermutlich auch zur Schliessung des Delfinariums durch den Verkauf der Delfine nochmals das große Geld machen.» Im Dolphin Cove in Jamaika wird laut dem WDSF das entgeltliche Schwimmen mit den Delfinen angeboten. (sda/red.)

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