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Connyland-Berater war Experte im Verfahren gegen den Park

LIPPERSWIL. Nach den Befangenheitsvorwürfen gegen Staatsanwalt Patrick Müller haben seine Vorgesetzten gehandelt. Müller darf nun auch die anonymen Drohungen gegen das Connyland nicht mehr untersuchen. OceanCare begrüsst diesen Schritt - und legt neue Vorwürfe auf den Tisch.
Daniel Walt
Das Connyland kommt nicht aus den Schlagzeilen. (Bild: Donato Caspari)

Das Connyland kommt nicht aus den Schlagzeilen. (Bild: Donato Caspari)

Staatsanwalt Patrick Müller hat per sofort nichts mehr mit den Ermittlungen in Sachen Connyland zu tun. Diesen Entscheid haben seine Vorgesetzten gefällt. Sigrid Lüber, Präsidentin der Tierschutzorganisation Ocean Care, begrüsst diesen Schritt: «Müllers Vorgesetzte hatten sicher ihre Gründe.» Lüber verfasste gestern eine Beschwerde: Sie will, dass ein Verfahren gegen das Connyland wegen Tierquälerei neu aufgerollt wird, das auch von Müller geführt und vor kurzem eingestellt worden war.

«Erhielten Einstellungsverfügung nicht»
Ging im von Staatsanwalt Patrick Müller geführten Verfahren gegen das Connyland alles objektiv zu und her? Sigrid Lüber von der Tierschutzorganisation Ocean Care liefert neue Informationen zu dieser Frage. «Bei der Untersuchung unserer Vorwürfe wurde von der Staatsanwaltschaft ein Experte beigezogen, der dem Connyland seit 2009 in beratender Funktion zur Verfügung steht», sagt Lüber. In der Einstellungsverfügung von Staatsanwalt Müller ist diese Tatsache sogar erwähnt.

Sigrid Lüber weiter: «Stutzig hat mich zudem gemacht, dass Ocean Care bis heute nicht im Besitz der Einstellungsverfügung ist, wäre sie uns nicht indirekt zugespielt worden.» Am Schluss der Einstellungsverfügung sind zwei Parteien erwähnt, an welche die Mitteilung ergehen soll: ein Rechtsanwalt – «nicht der unsrige», wie Sigrid Lüber sagt – sowie das kantonale Veterinäramt. «Möglich, dass ein Fehler passiert ist. Oder war es gewollt, damit wir allenfalls eine Einsprachefrist verpassen?», fragt sich Lüber.

Keine weiteren Auskünfte
Aus Sicht der Staatsanwaltschaft lag betreffend des von Ocean Care angestrengten Verfahrens keine Befangenheit des untersuchenden Staatsanwalts Patrick Müller vor, wie sie in ihrer Mitteilung vom Freitag schrieb. Sie will nun aber die kompletten Akten zur Prüfung einer allfälligen Wiederaufnahme des Verfahrens an einen Staatsanwalt der Generalstaatsanwaltschaft übergeben. Dieser werde die Anzeigeerstatterin auffordern, neue Beweise einzureichen. Neue Beweise für die Befangenheit des involvierten Staatsanwalts oder für allfällige Tierquälereien im Connyland? Sigrid Lüber: «Wir gehen davon aus, dass es um Patrick Müllers Befangenheit geht.» Die Frage, welche Beweise die Thurgauer Justiz meint, liess sich gestern nicht klären: Auf Anfrage hiess es gegenüber unserer Zeitung mehrfach, es würden keine über das Communiqué hinausgehenden Auskünfte erteilt. Auch das Connyland will vorderhand nicht mehr Stellung nehmen. Derweil kündigten das Wal-und Delphinschutz-Forum sowie ProWal am Abend an, wegen Verdachts auf Befangenheit auch die Absetzung des Kreuzlinger Bezirksgerichtspräsidenten zu fordern, der eine Verfügung gegen sie erlassen hatte. Zudem wollen sie, dass die ihrer Ansicht nach «chaotischen Rechtsangelegenheiten in Kreuzlingen» unabhängig untersucht werden.

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