Chorkonzerte mit sportlichem Einschlag

Sie hüpft vor den Sängerinnen und Sängern hin und her, geht in die Knie. Claudia Hugentobler ist ein unglaubliches Energiebündel – auch abends kurz vor 21 Uhr bei dieser Chorprobe des Gesangsvereins Frauenfeld. «Jetzt ist der Funke gesprungen», lobt sie.

Mathias Frei
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Bei Proben des Gesangvereins Frauenfeld steht niemand still. Das wird bei den drei Konzerten an diesem Wochenende nicht anders sein. (Bild: Mathias Frei)

Bei Proben des Gesangvereins Frauenfeld steht niemand still. Das wird bei den drei Konzerten an diesem Wochenende nicht anders sein. (Bild: Mathias Frei)

Sie hüpft vor den Sängerinnen und Sängern hin und her, geht in die Knie. Claudia Hugentobler ist ein unglaubliches Energiebündel – auch abends kurz vor 21 Uhr bei dieser Chorprobe des Gesangsvereins Frauenfeld. «Jetzt ist der Funke gesprungen», lobt sie. Und nach zehn Minuten stachelt sie wieder an: «Seid ihr müde oder wie?»

Zum Abschied Gospelprogramm

Hugentoblers letztes Konzertprogramm als langjährige Dirigentin des Gesangsvereins steht vor der Tür. Morgen abend feiert «For the Beauty of the Earth» in Herdern Premiere, danach finden auch Konzerte in Wängi und Frauenfeld statt. Gospel und Afrika seien das Thema, einfach eingängige Melodien, erklärt sie. Eine prominent besetzte Band mit Maurizio Trové (Schlagzeug), Saxophonist Räto Harder, Felix Trippel am Bass sowie Curdin Janett (Piano) begleitet den Chor bei den drei Auftritten. Und natürlich darf auch eine Choreographie der Choristen nicht fehlen. «Nichts Verrücktes», meint Hugentobler schmunzelnd. «Aber man ist einfach präsenter, wenn man in Bewegung ist.»

Und Hugentobler ist präsent. Nicht ganz alle 31 beteiligten Sänger sind an diesem Mittwochabend bei der Probe. Aber wer mitsingt, kommt ganz schön ins Schwitzen. Bei Hugentobler als Dirigentin bleibt man fit. «Nicht nur <Singen mit Claudia>, sondern auch <Turnen mit Claudia>», wie die Dirigentin selber meint.

Nur Männer funktionierte nicht

Dem fast schon liebevollen Drill von Hugentobler zum Trotz: Die Chormitglieder scheinen ihre sympathische, offene Art sehr zu schätzen. 2001 hatte sie als Dirigentin beim Gesangsverein angefangen. Damals war der traditionsreiche Verein noch ein reiner Männerchor. Zu Hochzeiten hatten 80 Männer mitgesungen. 2007, als die Umwandlung zum gemischten Chor vonstatten ging, waren es noch deren 14 gewesen. Hugentobler brachte die Gruppe wieder auf Vordermann. Heute besteht der über 30köpfige Chor aber zu zwei Dritteln aus Frauen. Noch als Männerchor liess Hugentobler, die Musiklehrerin für elektronische Tasteninstrumente ist, vor allem traditionelles Liedgut singen. «Heute decken wir ein viel grösseres Spektrum ab, singen auch mal Abba oder Udo Jürgens», sagt sie.

Und jetzt tritt Hugentobler ab. Für sie sei es herausfordernd gewesen, den Chor wieder aufzubauen, auch qualitativ. Davon zeugt auch zweimal die Bestnote «vorzüglich» an Gesangswettbewerben. «Aber ich habe eine goldene Regel: Zehn Jahre Chorleitung sind genug.» Das will sie auch bei den anderen Chören, die sie dirigiert, so machen. Beim Gesangsverein wurden es durch die Umstrukturierung 14 Jahre. «Irgendwann gehen einem einfach die Ideen aus», sagt sie. Aber zuvor zündet sie dieses Wochenende nochmals ein Gesangsfeuerwerk.

Konzerte «For the Beauty of the Earth»: Fr 24. April, 20 Uhr, katholische Kirche, Herdern; Sa 25. April, 20 Uhr, evangelische Kirche, Wängi; So 26. April, 17 Uhr, evangelische Kirche Kurzdorf, Frauenfeld