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Chaos in den Akten

Plädoyers Der Verteidiger des 41-jährigen Albaners zog in seinem Plädoyer vor dem Bezirksgericht Kreuzlingen tüchtig vom Leder. Er kritisierte das «heillose Durcheinander der Akten». Allein die Telefonprotokolle würden 20 Bundesordner umfassen. «Die technische Überwachung hat ein völliges Übergewicht.» Dem Beschuldigten wird unter anderem qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, Förderung der rechtswidrigen Einreise, Erpressung und Nötigung vorgeworfen.

Vielfach sei seinem Mandanten das Teilnahmerecht bei der Einvernahme von Personen, die ihn belastet haben, verweigert worden. In diesen Fällen dürften die Beweise nicht verwertet werden, betonte der Verteidiger. Die Untersuchung wurde von den Kreuzlinger Staatsanwälten geführt, die auch das Verfahren im Fall Kümmertshausen geleitet haben. Sie wurden vom Bundesgericht in den Ausstand geschickt. Mittlerweile vertritt ein neuer Staatsanwalt die Anklage. Für ihn ist der Albaner nicht nur ein Gehilfe, der nichts zu sagen hat. Bei den Drogendelikten sei er meist Chauffeur gewesen. Dass er von den Geschäften mit Heroin und Kokain nichts geahnt habe, sei unglaubwürdig. Zumal der Beschuldigte bereits früher einen Teil der Taten zugegeben habe. Vier Jahre und elf Monate Freiheitsstrafe beantragt der Staatsanwalt. Dazu eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen. Der Verteidiger will Freispruch, allenfalls eine bedingte Haftstrafe. Beinahe versöhnlich wird es zum Ende des Prozesses. Dass die Akten chaotisch seien und die Anklageschrift nicht gerade eine Meisterleistung, sei ihm bewusst, räumt der Staatsanwalt ein. Es werde auch nicht jeder Anklagepunkt gleich gut bewiesen werden können. Beide Parteien beteuern ihr Interesse am zügigen Abschluss des Verfahrens. Das Gericht wird das Urteil schriftlich eröffnen. Dies werde nicht vor Mitte März der Fall sein. (san)

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