Camping? – Camping!

«Habt ihr früher auch Zeltferien gemacht?», fragt mich Freund Amsel, als wir auf einem Baum in Mammern sitzen. «Aber sicher. Wir waren Familie Obercamper», erinnere ich mich. «Vater baute unser Zelt in der schönsten Ecke des Platzes auf. Frühstück mit Blick aufs Wasser.

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«Habt ihr früher auch Zeltferien gemacht?», fragt mich Freund Amsel, als wir auf einem Baum in Mammern sitzen. «Aber sicher. Wir waren Familie Obercamper», erinnere ich mich. «Vater baute unser Zelt in der schönsten Ecke des Platzes auf. Frühstück mit Blick aufs Wasser. Wenn Mutter kochte, stellten die anderen Frauen ihre Kocher ab und schauten herüber. Wenn meine Geschwister und ich Theater spielten, sassen alle Kinder im Kreis und schauten zu.»

Herr Amsel klatscht müde mit den Flügeln. «Es gibt eine Familie, die macht alles noch besser.» Ich plustere mich auf. «Es gibt wohl niemanden, der so perfekt campt wie wir damals. Wir malten sogar Plakate. <Familienshow mit Kuchen>». «Kinderzeug!», sagt Herr Amsel. «Die anderen machen alles noch besser, die bauen ihr Zelt auf dem offenen Feld auf. Für die gilt kein Campingverbot am See, die dürfen sogar einen Bach anlegen. Jeden Abend kommen Besucher zum Essen, ihre Autos stehen kreuz und quer auf der Wiese. Die sind so laut, dass sie jeder Campingwart rausschmeissen würde. Aber dieser Familie passiert nichts. Wenn der stolze Vater seinen Schnurrbart zwirbelt, zücken die Leute Banknoten und zahlen. Im Zelt herrscht der Sohn, er macht Musik, lässt seine Freunde tanzen und singen. In einen schwarzen Mantel gehüllt, kann er gerade noch verhindern, dass eine Maschine den See zufrieren lässt.»

«Merkwürdige Leute», sage ich zu Freund Amsel, «wer fürs Sitzen im Zelt Geld verlangt, ist nicht ganz dicht. Und eines kann ich dir sagen: Wer den See zufrieren will, braucht einen Riesenkühlschrank. Und so einen hat kein Camper.»