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BUSSWIL: Spannender Unterricht als Auslöser

Die Gymnasiastin Nathalie Meier fliegt im kommenden Sommer nach Kanada. Zusammen mit der Kirchbergerin Aiyana Signer wird sie dort die Schweiz an der Geografie-Olympiade vertreten.
Josephine Opprecht
Die Gymnasiastinnen Aiyana Signer und Nathalie Meier stöbern gerne im Atlas. (Bild: Sabrina Stübi)

Die Gymnasiastinnen Aiyana Signer und Nathalie Meier stöbern gerne im Atlas. (Bild: Sabrina Stübi)

Josephine Opprecht

hinterthurgau

@thurgauerzeitung.ch

Nathalie Meier ist von der physischen Geografie angetan. So habe ihr beispielsweise das Thema Vulkanismus gut gefallen. «Mein Geografielehrer hat den Unterricht stets spannend gestaltet. Er hat oft Videos gezeigt oder von seinen persönlichen Reisen erzählt», sagt die 18-jährige Gymnasiastin. Als ihr Lehrer die Geografie-Olympiade erwähnte, habe sie es sich überlegt teilzunehmen, aber sei sich nicht so sicher gewesen. «Eine Freundin meinte dann, das wäre doch etwas für mich, weil ich doch so gut in Geografie sei. Auch der Lehrer sagte immer, es sei gar nicht so schwer und es würden immer viele Schüler der Kantonsschule Wil teilnehmen. Da dachte ich ‹Wieso nicht?› und meldete mich an.»

Natürlich habe sie sich schon Hoffnungen auf eine Medaille gemacht. Aber speziell auf den Wettbewerb habe sie sich deswegen nicht vorbereitet. «Ich habe nie damit gerechnet, dass es so kommen würde und war dementsprechend überrascht von den Resultaten.»

Für den Wettbewerb in Kanada wolle sie sich besser vorbereiten, da es jetzt doch um ein bisschen mehr gehe. «Hoffnungen auf eine Medaille habe ich. Es wäre aber nicht schlimm, wenn es nicht klappt», sagt sie. Die Reise nach Kanada ist für sie gleichzeitig die erste Reise in ein Land ausserhalb Europas. «Ich freue mich vor allem auf das ganze Erlebnis an sich, das mich dort erwartet.»

Studienrichtung ist noch offen

Die Busswilerin ist noch nicht ganz sicher, was sie einmal studieren möchte. Angesichts ihrer Interessen könne sie sich allerdings ein Geografie-, ein Biologie- oder ein Wirtschaftsstudium vorstellen. «Wahrscheinlich wird es Wirtschaft sein. Die Zukunftsaussichten, die mir ein solches Studium bieten, finde ich sehr beruhigend», sagt sie. Biologie komme eher weniger in Frage, aber Geografie sei durchaus eine weitere Option.

Nathalie Meier lebt mit ihrer Familie in Busswil. Sie belegt das Schwerpunktfach Wirtschaft und Recht bilingual und wählte das Ergänzungsfach Informatik. Zu ihren Lieblingsfächern gehören Geografie und Chemie. In ihrer Freizeit geht sie gerne ab und zu joggen oder liest ein Buch. Sie beschäftigt sich auch privat mit Sprachen, weshalb sie sich eine Zeitlang selber Finnisch beibrachte.

Ihre Mitstreiterin Aiyana Signer ist ebenfalls 18 Jahre alt und lebt mit ihrer Familie in Kirchberg. An der Kantonsschule Wil besucht sie das Schwerpunktfach Wirtschaft und Recht bilingual. Als Ergänzungsfach wählte sie Informatik. Sie besucht das Freifach «Delf», was ein Zertifizierungsprogramm für das Französische ist. Zu ihren Lieblingsfächern zählt für Aiyana Signer ganz klar die Mathematik. «Ich mag es, weil es verständlich und rational ist. Es ist einfach nachvollziehbar», sagt sie. Zudem löse sie gerne mathematische Probleme. Auch Geschichte und Sprachen gehören zu ihrem Interessengebiet. Auf die Frage, was sie denn besonders an der Geografie mag, sagte sie: «Von allen Themen fand ich die Humangeografie am spannendsten. Es interessiert mich sehr, wie und wo die Menschen leben und wie sich die Gesellschaften verändern.» Das Thema der Stadtplanung ist ihr ebenfalls geblieben. «Danach ergibt alles viel mehr Sinn. Man versteht, wieso, wie, was gebaut wird. Man denkt mehr darüber nach, wieso es jetzt dort ein Einkaufszentrum gibt oder dort Häuser stehen.» In ihrer Zukunft sieht sie sich als Kantonsschullehrerin. Dafür möchte sie Mathematik studieren. Durch das Olympiadenprojekt sei nun auch Geografie eine mögliche Option. «Ich habe dieses Fach zuvor einfach nie wirklich wahrgenommen, aber es gefällt mir wirklich gut.»

Für die Teilnahme an der Geografie-Olympiade entschloss sie sich, nachdem ihre Lehrerin davon erzählt hatte und sie neugierig geworden war. «Ich dachte, es wäre bestimmt eine spannende Erfahrung, die ich für mich machen könnte.» Sie habe es allerdings nicht wirklich ernst genommen und sich nicht darauf vorbereitet. Umso überraschter war sie dann, als es bei der Verkündung der Resultate immer länger dauerte, bis ihr Name aufgerufen wurde. «Am Anfang war alles so surreal, weil ich überhaupt nicht damit gerechnet hatte», erzählt sie. Für den Wettkampf in Kanada möchte sie sich aber mit den von der Schule zur Verfügung gestellten Lehrmitteln und alten Prüfungen vorbereiten. Ihre Einstellung bleibt jedoch dieselbe: «Ich nehme es einfach so, wie es kommt. Es war auch letztes Mal ein Vorteil, dass ich mir keinen Stress gemacht habe.» Sie freue sich aber vor allem darauf, Leute aus der ganzen Welt kennen zu lernen.

Schweizer Wettbewerb in Solothurn

Die Schweizer Geografie-Olympiade «SwissGeOlymp» fand dieses Jahr an der Kantonsschule in Solothurn statt. Die Schülerinnen und Schüler wurden drei Prüfungen unterzogen. Vernetztes Denken, exaktes Arbeiten und ein ausgeprägtes räumliches Vorstellungsvermögen sind Voraussetzungen für ein erfolgreiches Resultat. So wurde die Aufgabe gestellt, ein Open-Air-Kino auf dem Schulgelände zu planen. Weiter mussten die Schüler Bildmaterial analysieren und interpretieren. Mit dem Sieg an der Schweizer Olympiade sicherten sich Aiyana und Nathalie ein Ticket nach Kanada. Im Sommer 2018 findet dort die internationale Geografie-Olympiade statt. Die beiden Schülerinnen werden dort die Schweiz vertreten.

Weitere Informationen unter www.swissgeolymp.ch

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