BUSSWIL: Noch zwei von ehemals sieben

An der 109. Jahresversammlung von Gastro Hinterthurgau setzte sich Präsidentin Bernadette Ackermann mit dem Zustand ihrer Branche auseinander.

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«Die Sektionen Hinterthurgau und Oberthurgau sind die einzigen Übriggebliebenen von ehemals sieben, welche Gastro Thurgau angehörten. Darauf bin ich schon ein bisschen stolz.» Dies sagte Bernadette Ackermann, Präsidentin von Gastro Hinterthurgau, am Rande der diesjährigen Generalversammlung.

Was aber sind die Gründe dieser Entwicklung? Darüber informierte Hans Oertle, langjähriger Präsident der Sektion Frauenfeld-Untersee und Rhein und Vizepräsident des Kantonalvorstandes. Es ist noch keine zwei Wochen her, dass ihre Sektion aufgelöst und gezwungenermassen dem Kantonalverband einverleibt wurde (unsere Zeitung berichtete).

«Mehr als zwei Jahre haben wir uns intensiv bemüht, neue Vorstandsmitglieder zu finden, leider vergebens», sagte Oertle und führt diese Entwicklung einerseits auf gesellschaftliche Trends – jeder schaue nur noch für sich und wolle sich ohne finanzielle Entschädigung nirgends mehr engagieren – andererseits aber auf die vielen Wirte­wechsel zurück. «Viel zu viele Neuwirte übernehmen mit völlig falschen Vorstellungen und ohne jegliche berufliche Kenntnisse ein Restaurant. Kein Wunder, dass dies immer öfters zu kurzfristigen Schliessungen und gar Konkursen führt», sagte Ackermann. Die Zeiten, als in der Branche noch Kontinuität herrschte, seien wohl für immer vorbei.

Umso grösser ist die Freude bei Ackermann, die Gastro Hinterthurgau seit fünf Jahren präsidiert, dass die Auflösung ihrer Sektion kein Thema ist. «Ich kann mich nach wie vor auf sehr motivierte und aktive Vorstandsmitglieder verlassen. Wir haben es auch untereinander sehr gut, und ich geniesse unsere Zusammenkünfte anlässlich der Vorstandssitzungen und der Anlässe jeweils sehr», erzählte Ackermann. Die traktandierten Jahresgeschäfte führten zu keinerlei Diskussionen. Kassier Fleming Kocherhans wies in seiner unspektakulären Jahresrechnung einen kleinen Gewinn von knapp 150 Franken aus. Der Mitgliederbestand ging um zwei Einheiten auf 86 zurück. (red)

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