BUSSNANG: Maurer: «Tragen wir unserem Erbe Sorge»

BUSSNANG. Festbänke, Girlanden und eine von Sonnenblumen flankierte Bühne hatte die Musikgesellschaft Helvetia in Reuti eigens für den hohen Besuch ins rechte Licht gerückt. Mehr als 500 Gäste erwarteten den Festredner Ueli Maurer an der Bundesfeier.

Hana Mauder Wick
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Bundesrat Ueli Maurer bei seiner Rede in Bussnang. (Bilder: Andrea Stalder)

Bundesrat Ueli Maurer bei seiner Rede in Bussnang. (Bilder: Andrea Stalder)

BUSSNANG. Festbänke, Girlanden und eine von Sonnenblumen flankierte Bühne hatte die Musikgesellschaft Helvetia in Reuti eigens für den hohen Besuch ins rechte Licht gerückt. Mehr als 500 Gäste erwarteten den Festredner Ueli Maurer an der Bundesfeier. Kurz vor 20 Uhr am Sonntag betrat der Finanzminister mit Gemeindepräsident Ruedi Zbinden zu Alphornklängen das Festzelt. «Dass unsere Gemeinde beim 20-Jahr-Jubiläum einen Bundesrat zum Geschenk bekommt, ist eine besondere Ehre», so Zbinden.

Die schwarze Spinne

Der Vorsteher des Finanzdepartements fusste seine Rede auf Gotthelfs Novelle «Die schwarze Spinne». «Ich habe sie kürzlich wieder gelesen und einiges daraus gelernt», sagte Mauer. Einer Geschichte darüber, wie falsche Versprechungen den Teufel auf den Plan rufen und ein Dorf erst durch den selbstlosen Einsatz eines einzelnen das Übel wieder verbannt. Zurück von Reisen in verschiedene Länder werde einem erst bewusst, so der SVP-Bundesrat, wie gut man es in der Schweiz habe. «Das ist kein Geschenk, sondern ein Erbe.»

Ueli Maurers Rede spann sich um drei von dieser Novelle angeregte Gedankengänge: «Auch wenn jemand einem das Blaue vom Himmel verspricht, die Rechnung kommt. Unsere Werte haben einen Wert. Und unsere Gesellschaft braucht Leute, die den Mut haben, sich einzusetzen.» Ein Blick hinaus in die Welt stimme nachdenklich. Wer hätte vor fünf Jahren an Terror im benachbarten Ausland gedacht? An Schuldenberge in Ländern, die über einen Zeitraum von 80 Jahren abzutragen seien? Ein Lob galt dem politischen System des Landes, «das immer wieder Korrekturen möglich macht». «Tragen wir unserem Erbe Sorge und geben es der nächsten Generation weiter», schloss der Festredner unter grossem Applaus.

Selfies mit dem Bundesrat

Ueli Mauer zeigte sich volksnah, als jemand, der auch nach dem x-ten Selfie ein Lächeln für sein Gegenüber übrig hat. Als sich die Menschen geschlossen erhoben und Nationalhymne und Thurgauerlied anstimmten, sorgte das Wir-Gefühl für einen wohligen Gänsehaut-Effekt.

Die Gemeinde gratulierte an der Bundesfeier Stefan Bissegger aus Mettlen. Er gewann in der Kategorie U19 im Velodrom in Aigle den Weltmeistertitel und stellte eine Weltrekordzeit auf.