Bus 944 – Post kam ihren Pflichten nach

Wochenlang wich der Bus 944 zwischen Erlen und Dozwil von der Strecke ab, wie wir berichteten – und hielt nicht in Biessenhofen. Doch die Verantwortlichen schienen davon nichts zu wissen und schoben einander den Schwarzen Peter zu.

Samuel Koch
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Wochenlang wich der Bus 944 zwischen Erlen und Dozwil von der Strecke ab, wie wir berichteten – und hielt nicht in Biessenhofen. Doch die Verantwortlichen schienen davon nichts zu wissen und schoben einander den Schwarzen Peter zu.

Konkret handelte es sich um die Linienführung eines Publicar in den Weiler Biessenhofen bei Amriswil. Nachdem im vergangenen Winter eine neue Brücke über die Aach bei Engishofen gebaut wurde, fuhr der Bus nicht mehr über Biessenhofen nach Engishofen und weiter nach Erlen, obwohl in den landesweiten Fahrplänen – sei es elektronisch oder auf Papier – weiterhin Biessenhofen als Halteort angegeben wurde.

Unglaubwürdige Statistik

Zwar wohnen in Biessenhofen nur rund 200 Personen, dennoch ist die Tatsache abstrus, dass weder der Kanton Thurgau als Verantwortlicher für den öffentlichen Verkehr noch Postauto Schweiz davon Kenntnis hatten.

Die Geschichte ging sogar so weit, dass der gelbe Riese in seinen Fahrgast-Statistiken Ein- und Aussteiger verbuchte, obwohl der Publicar seit dem Brückenbau nicht mehr im 200-Seelen-Dorf Halt machte.

Man bedenke nur das Chaos und die Auflehnung, wenn ein Intercity-Zug der SBB plötzlich von Weinfelden über Kreuzlingen nach Romanshorn fahren würde – für die Amriswiler unvorstellbar. Nun hat sich Postauto Schweiz endlich über die tatsächlichen Fahrgastzahlen in ihren Autos informiert und auf Anfrage mitgeteilt, dass der Bus 944 seit Ende Juli wieder fahrplangetreu in Biessenhofen hält.

Drama um nichts?

Die Busse seien seit dem 23. Juli immer über Biessenhofen verkehrt, wie ein Mediensprecher schreibt. Seither wurden 192 Fahrten mit Bus 944 registriert. Das spannendste Detail: bei den drei Fahrten unter der Woche steigen zwei, an den zwei Fahrten am Samstag eine Person in Biessenhofen aus.

Es muss also tatsächlich jemanden geben, der mit dem Postauto nach Biessenhofen fährt. Wir bleiben dran!