Bunt, schräg und laut

Über 60 Gruppen aus dem In- und Ausland liefen gestern am Fasnachtsumzug mit. Das Publikum fror vor allem an Händen und Füssen.

Evi Biedermann
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Waggis beim Schloss: Die Guggenmusik Glaibasler Schränz-Brieder bereicherte den Frauenfelder Fasnachtsumzug farblich und musikalisch. (Bilder: Stefan Beusch)

Waggis beim Schloss: Die Guggenmusik Glaibasler Schränz-Brieder bereicherte den Frauenfelder Fasnachtsumzug farblich und musikalisch. (Bilder: Stefan Beusch)

FRAUENFELD. Eine halbe Stunde früher als gewohnt, um 13.33 Uhr, setzte sich der Kopf des bunten und lauten Durcheinanders in Bewegung und trottete vom Mätteli Richtung Post. Es dauerte nicht lange, bis die Fasnächtler zur Höchstform aufliefen: Guggen pusteten aus voller Kehle in ihre Instrumente, Hexen lehrten die Zuschauer das Fürchten, und die Wildesten schleppten Frauen aus den Zuschauerreihen ein Stück weit mit sich.

Bissige Kälte

Alle Jahre wieder – und doch ist es immer wieder erfrischend und vor allem lustig, dem schräg-bunten Treiben zuzuschauen. Gestern taten das viele, trotz der bissigen Kälte. Begehrt waren vor allem die Plätze an der Sonne, wo zeitweise kaum mehr ein Durchkommen war. Und natürlich die Zeltli und Kaugummi, die in Unmengen von den Wagen in die Zuschauerreihen flogen, sowie die heissen Getränke, welche die Maskierten verteilten.

Politische Sujets gab's nicht allzu viele, und da oder dort fehlte die Pointe dazu. Originell hingegen setzte sich der Männerchor Wigoltingen mit dem Thema Alter auseinander, dessen Wagen als Alters-Heim-Vabrik (AHV) daherkam. Der Seilclub Aadorf erinnerte an die BTS-OLS-Projekte, der Altpfadfinderverein Bürglen warb für das Alpenland Musikfestival, und die Gummibärenbande aus Frauenfeld feierte die Party nach dem Weltuntergang. Themen waren auch der Stadtbus mit seiner gekürzten Linie 1 sowie Griechenland respektive die Eurozone.

Prachtvolle Kostüme

Für das Auge am schönsten jedoch waren die farbigen Kostüme, welche vor allem die Guggen trugen. Die Formationen mit vielen Mitgliedern glänzten nicht nur mit ihrer prachtvollen Einheit, sondern auch mit einem geschlossenen Auftritt. Da liess man sich die ohrenbetäubende Kakophonie gerne gefallen, die zeitweise durch die Gassen dröhnte.

Nach zweieinhalb Stunden war Schluss, danach versammelte sich der ganze Tross in der Festhütte Rüegerholz, wo die Guggen zum Monsterkonzert bliesen.

«Was sich liebt, das neckt sich», gilt an der Fasnacht offenbar ganz besonders. (Bild: Stefan Beusch)

«Was sich liebt, das neckt sich», gilt an der Fasnacht offenbar ganz besonders. (Bild: Stefan Beusch)