«Bundesrat bin ich meistens gern»

DIESSENHOFEN. Bundespräsident Ueli Maurer sprach gestern in Diessenhofen zur Wehrpflicht-Initiative der GSoA und fand nur Argumente dagegen. Am meisten freute er sich dieses Jahr über das gute Klima im Bundesrat als kompaktem Gremium.

Caspar Hesse
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«Die beruflichen Möglichkeiten sind bei uns zu gut für eine Freiwilligenarmee»: Bundespräsident Ueli Maurer gestern abend bei Tele D. (Bild: Donato Caspari)

«Die beruflichen Möglichkeiten sind bei uns zu gut für eine Freiwilligenarmee»: Bundespräsident Ueli Maurer gestern abend bei Tele D. (Bild: Donato Caspari)

Gestern abend war Bundespräsident Ueli Maurer (SVP) zu Gast beim Diessenhofer Fernsehsender Tele D. Er kam leicht verspätet direkt von der Sitzung der Sicherheitskommission, die in Winterthur tagte, liess sich aber vom Moderator, dem TZ-Redaktor Mario Testa, nichts über den Gripen-Kauf entlocken. Zum Gespräch mit dem prominenten Gast hatte Tele-D-Chef Peter Schuppli weitere Prominente als Zuhörer eingeladen, unter ihnen den Thurgauer Ständerat Roland Eberle, Grossratspräsident Bruno Lüscher, Grossrat Max Arnold, Diessenhofens Stadtammann Walter Sommer und den Schaffhauser Regierungsrat Reto Dubach.

«Wir haben kein Ghetto»

Thema des Gesprächs war die Initiative der GSoA zur Abschaffung der Wehrpflicht, über die am 22. September abgestimmt wird. Maurer sieht dahinter den Versuch, die Armee im Nerv zu treffen, denn die GSoA wolle seit 20 Jahren die Armee abschaffen. Ein amerikanischer General habe ihm gesagt: «Ihr habt kein Ghetto.» Das heisst, wir hätten zu wenig Freiwillige. «Die beruflichen Möglichkeiten sind bei uns zu gut», fand Maurer.

Grundsätzlich brauche die Armee neben einer gewissen Quantität aber auch Qualität, und kostengünstig müsse sie sein. Das geht, wenn man eine Milizarmee hat, in der die Dienstpflichtigen zu Hause sind und einer Arbeit nachgehen, wenn sie nicht gebraucht werden. Und für die Qualität sei es gut, wenn nicht nur übermotivierte Krieger mittun. «Heute werden Rambos eingemittet, weil es auch solche gibt, denen es stinkt», verdeutlichte Maurer sein Argument.

«Wir lachen miteinander»

Auf die Frage, ob er gerne Bundesrat sei, antwortete Maurer: «Meistens.» Am meisten gefallen habe ihm in den ersten acht Monaten seines Amtsjahrs als Bundespräsident, dass der Bundesrat jetzt gerade ein recht kompaktes Gremium sei.

Indiskretionen würden in letzter Zeit nicht mehr nach aussen dringen. Die Stimmung im Bundesrat sei gut, es gebe kaum eine Sitzung ohne gemeinsames Essen im Anschluss, und: «Wir lachen miteinander.»

Von seiner Chinareise zeigte sich Bundespräsident Ueli Maurer beeindruckt. Die Bevölkerung sei gescheit, fleissig und bescheiden und darin den Schweizern sehr ähnlich. «Die wollen etwas werden. Und Asien hat zurzeit die grösste Dynamik.»

Ausstrahlung des Gesprächs heute auf Tele D, 18.15 und 20.57 Uhr, mit Wiederholungen. www.tele-d.ch