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BÜRGLEN: Albträume im Burgfried

Zwei Veranstaltungstechniker bringen für ihre Lehrabschlussarbeit eine neue Kunstform in den Thurgau. Unter Begleitung von Filmmusik projizieren sie Bilder und Farben auf die Mauern.
Aylin Erol
Raphael Kunz und Oliver Schümperli (r.) bauen den Beamer für die Tonlichtschau auf. (Bild: Andrea Stalder)

Raphael Kunz und Oliver Schümperli (r.) bauen den Beamer für die Tonlichtschau auf. (Bild: Andrea Stalder)

Aylin Erol

thurgau

@thurgauerzeitung.ch

Haie, Feuer und Geister! Nach dem Motto «Albträume» wird der Burgfried von Schloss Bürglen heute und morgen Schauplatz eines Licht- und Tonspektakels. Im Rahmen einer Abschlussarbeit nehmen die Veranstaltungstechniklehrlinge Oliver Schümperli aus Bürglen und Raphael Kunz aus Sursee die Zuschauer mit in eine schaurig schöne Traumwelt.

Weltweit ist das Konzept ein Hit. Aussergewöhnliche bewegte Farb- und Lichterkonstellationen werden mit Projektoren und zu passender Musik auf ebenso aussergewöhnliche Gebäude projiziert. Etwa in Sydney zeichnet das Lichtspektakel «Vivid Sydney» dramatisch schöne Bilder auf die geschwungenen Kuppen des Opernhauses. Mt dem «Rendez-vous» am Bundesplatz in Bern ist diese Art der Kunst auch in der Schweiz angelangt. Nun wagen sich der 19-jährige Oliver Schümperli und der 20-jährige Raphael Kunz daran, das Schloss Bürglen in einem völlig neuen Licht erstrahlen zu lassen und die neue Kunstform in den Thurgau zu holen.

«Ich ging im Schloss zur Schule und bin deshalb sehr schnell darauf gekommen, dass es eine perfekte Basis für unsere Projektionen wäre», sagt Schümperli. Wichtig sei für sie vor allem gewesen, dass sich das Gebäude nicht zu nahe bei einer Strasse befinde und eine architektonisch spannende Oberfläche biete. «Natürlich kann die Intensität der Bilder und Farben durch andere Lichtquellen wie Strassenlaternen trotzdem abgeschwächt werden», muss Schümperli zugeben. Das Projekt würde bis zum Schluss deshalb spannend bleiben, auch, weil die beiden Ton- und Lichttechniker erst einen Tag vor der Show, wenn alle Projektoren aufgebaut sind, herausfinden, ob die Animationen perfekt mit den Formen und Farben des Schlosses harmonieren. «Wenn noch einige Unstimmigkeiten existieren, dann müssen wir das noch bis zur Show beheben», meint Schümperli. In der Gestaltung der Animation gingen sie zwar intensiv auf die Wölbungen und Farben der Schlossmauern ein, doch perfekte Übereinstimmung könne man auch dann nicht garantieren.

Die Show ist dem Thema Albtraum gewidmet. Die beiden Macher liessen sich dabei vor allem von ihrer ausgewählten Filmmusik inspirieren.

Eine erschreckende Traumwelt – für Kinder geeignet

«Eigentlich wollten wir eine Geschichte erzählen. Mit der Musik und der wenigen Zeit, die uns blieb, entwickelte sich das Ganze jedoch in eine manchmal etwas erschreckende, aber dennoch für Kinder geeignete Traumwelt», erklärt der Thurgauer. Anfang Dezember letzten Jahres kam Schümperli die Idee für das Licht- und Tonspektakel und erst vor vier Tagen stellten Schümperli und Kunz ihre Animationen fertig. Mindestens 30 Stunden Arbeit stecken im Dreieinhalb-Minuten-Projekt. «Es ist unglaublich, wie zeitintensiv nur wenige Sekunden Film sein können», sagt Schümperli. Die 20-minütigen Animationen in Bundesbern würden ein Jahr Vorbereitung in Anspruch nehmen. Schümperli ist froh und stolz, das Spektakel realisiert zu haben. «Wir haben in sehr kurzer Zeit extrem viel gelernt und hoffen, dass das nicht unser letztes Projekt in diese Richtung gewesen ist.»

Das Licht- und Tonspektakel findet heute Donnerstag und morgen Freitag im Schloss Bürglen alle 20 Minuten von 18 bis 20.20 Uhr statt.

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