Brautpaar verschiebt Hochzeit

STECKBORN. «Am 8. Januar wollten mein Partner Michel und ich im alten Schuelhüsli in Steckborn heiraten», sagt Carmen Petermandl. Daraus wird nun nichts. Die Brandkatastrophe zögert die Hochzeit hinaus. Alle Dokumente sind verbrannt und das Brautkleid russgeschwärzt.

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Die Mieterin einer Wohnung in der Brand-Liegenschaft Brunnschweiler hat Hab und Gut verloren, aber nicht den Lebensmut. «Wir dürfen jetzt bei Fredy und Doris Wüest in der Ferienwohnung sein. Ich bin froh, wenn ich wieder arbeiten kann», sagt die Servicefachangestellte.

Sie ist die Besitzerin von Hund Leon, der die Bewohner alarmiert hatte. Sie erzählt, dass Leon ihre 16jährige Tochter Jacqueline in der Brandnacht mit der Nase gestupft und geschleckt habe. Jacqueline wollte Leon streicheln und machte die Augen auf, sah nichts – nur schwarz – und schrie los. «Wir sind aufgewacht, kein Licht funktionierte. Ich schaute nach Jacqueline, sie setzte den Notruf ab. Rauch. Ich riss das Fenster auf. Michel hat sich ein Kissen vor das Gesicht gedrückt, er wollte zurück, um Leon zu retten und ist im dunklen Qualm verschwunden. Ich rief ihn zurück.» Per Hubretter wurden alle gerettet. Sie wurden ins Spital gebracht. Leon, der Lebensretter, ist im Rauch erstickt. Tochter Jacqueline weilt bis zum Schulbeginn bei ihrem Vater in Österreich. «Sie braucht dringend Distanz», sagt Carmen Petermandl. (kü.)

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