BRAUNAU: «Wir müssen ihnen kündigen»

In der Schule herrscht Platzmangel. Deshalb müssen die jetzigen Wohnungsmieter im alten Schulhaus bald ausziehen.

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Wie die Präsidentin der Primarschulgemeinde, Mathilda Halter, am Montagabend im Rahmen der Gemeindeversammlung erklärte, hat die Schule in vielerlei Hinsicht vermehrt Platzbedarf. Deshalb sei eine Arbeitsgruppe gegenwärtig mit der Ausarbeitung eines Raumkonzeptes beschäftigt. Dieses beinhaltet die schulische Nutzung der bis anhin vermieteten Wohnungen im alten Schulhaus. Bevor es jedoch so weit ist, muss den Mietern zuerst gekündigt werden. «Wir haben die Mieter darüber informiert, dass wir Eigenbedarf anmelden und ihnen bald kündigen werden», so Halter.

Die Kündigungen sollen so ausgesprochen werden, dass man im Herbst mit dem Umbau anfangen kann. Man habe sich zwar keinen fixen Bezugstermin zum Ziel gesetzt, doch sei klar, dass der Umbau so rasch als möglich durchgezogen werden sollte, betonte Halter. Andreas Caminades, der dem Ressort Liegenschaften vorsteht, erklärte, dass man es sich bei der Suche nach zusätzlichem Schulraum nicht leicht gemacht habe. Es habe sich jedoch schon bald gezeigt, dass ein baulicher Eingriff im Schulhaus wohl mehr koste als einbrächte. Und ein Anbau sei finanziell nicht machbar. So gesehen sei die Nutzung der bis dato vermieteten Räumlichkeiten die wohl einfachste als auch kostengünstigste Lösung. Welche Räume wo entstehen oder ob man die Wohnungen überhaupt umändern muss, um sie als Schulräume zu gebrauchen, werde sich bei der weiteren Planung, für die man ein Architekturbüro hinzuziehen werde, ergeben, so Caminades.

Ertragsüberschuss und gleichbleibender Steuerfuss

Halter erklärte, warum man auf den Platz angewiesen sei. Die leicht angestiegenen Schülerzahlen seien nicht ausschlaggebend. Vielmehr hätten sich in den vergangenen Jahren die schulischen Platzbedürfnisse verändert. Immer mehr Lehrkräfte arbeiteten Teilzeit und wohnten auswärts, was zu einem Mehrbedarf an Arbeits- und Parkplätzen führe. Auch die Tatsache, dass heute viel in Kleingruppen unterrichtet werde, die ein eigenes Zimmer benötigten, sei ein mitentscheidender Faktor.

Keine Diskussion entspann sich um die Rechnung 2016, die mit einem Ertragsüberschuss von 25700 Franken schliesst und ebenso einstimmig gutgeheissen wurde wie der Voranschlag 2017 (minus 59000 Franken), der gleichbleibende Steuerfuss von 62 Prozent sowie ein Darlehen von 200000 Franken. Dieses beantragte die Behörde, um während der laufenden Schulhaussanierung genügend flüssige Mittel für den Schulbetrieb zu haben. Der Ertragsüberschuss wird für zusätzliche Abschreibungen auf den Schulanlagenboden (17999 Franken) und der Infrastruktur (6164 Franken) sowie für eine Einlage ins Eigenkapital (1614 Franken) verwendet.

Christof Lampart

hinterthurgau

@thurgauerzeitung.ch