BRAUNAU: Nur einer durchbricht die Schallmauer

27 Fahrerinnen und Fahrer gingen am Sonntag mit ihren Fahrzeugen am 10.Grand Prix Braunau an den Start. Tagessieger bei den Männern wurde der 20jährige Seriensieger Jan Schmid aus Schlatt, bei den Frauen Silvia Fischer aus Winterthur.

Rudolf Steiner
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Der Braunauer Christof Leemann fährt mit seiner Seifenkiste in der Kategorie «Kinder ohne Lizenz» auf den ersten Platz. (Bild: Rudolf Steiner)

Der Braunauer Christof Leemann fährt mit seiner Seifenkiste in der Kategorie «Kinder ohne Lizenz» auf den ersten Platz. (Bild: Rudolf Steiner)

BRAUNAU. Die Bedingungen für die Teilnehmer des 10.Grand Prix Braunau am Sonntag waren eigentlich ideal: schönes Wetter, angenehme Temperatur, keine Regenschauer wie vor zwei Jahrenund optimaler Pistenzustand. Also optimale Verhältnisse, wie siesich jeder Veranstalter für eine Freiluftveranstaltung wünscht und beste Voraussetzungen für eine hohe Beteiligung.

Aber anstelle einer neuen Rekordbeteiligung mussten die Organisatoren am Jubiläumslauf auf der Braunauer Höchi mit nur 27 Fahrern und Fahrerinnen (20 Männer und 7 Frauen) einen neuen Minusrekord verbuchen. Starteten bei der vierten Austragung im Jahr 2010 noch 84 Fahrer, sank die Teilnehmerzahl innert sechs Jahren kontinuierlich auf 55 (2011), 42 (2012 und 2013), stieg dann 2014 wieder auf 60 und sank 2015 erneut auf nur noch 32 Teilnehmer.

Die Einheimischen fehlen

«Wir wissen auch nicht genau, an was es liegt, dass die Beteiligung dauernd zurückgeht», sagt ein etwas ratloser Roger Marti, der mit einer Crew aus seiner Familie und Helfern und Offiziellen des Schweizer Seifenkistenvereins die Veranstaltung seit fünf Jahren professionell und tadellos organisiert. So gingen bei früheren Austragungen vor allem mehr Jugendliche und Erwachsene aus Braunau an den Start, das halbe Dorf war auf den Beinen oder nahm am Rennen teil und Gemeindeammann David Zimmermann war als kompetenter und origineller Speaker im Einsatz.

Speakerin und Fahrerin

Eine Besonderheit der Seifenkistenrennen, die mit der namengebenden Bezeichnung überhaupt nicht mehr allzu viel gemeinsam haben, ist, dass fast das ganze OK-Team auch noch an den Start geht. So ist die 43jährige Bernadette Schmid aus Schlatt, die Präsidentin des Schweizer Seifenkistenvereins, als Fahrerin und als Speakerin im Einsatz und kommentiert die Fahrt ihrer grössten Rivalinnen, der 20jährigen Silvia Fischer (Winterthur) und der 22jährigen Nadja Hüfner ebenfalls aus Winterthur am Mikrophon und muss feststellen, dass sie schlussendlich von Fischer in drei Läufen um winzige neun Hundertstelsekunden auf den zweiten Platz verdrängt wird und sie aber ihrerseits Hübner um ebenso mickrige winzige vier Hundertstelsekunden hinter sich lässt. Da aber die Veranstaltungen im Seifenkistensport ausgesprochene Familienanlässe sind, bleibt mit dem Sieg ihres Sohnes Jan, dem Junioren-Europameister 2013, doch noch ein Kategoriensieg in der Familie. Der 20jährige Seriensieger Jan Schmid holt sichnämlich am Jubiläumslauf am Sonntag mit mehr als drei Sekunden Vorsprung auf den Zweiten den Tagessieg bei den Männern. Zudem stellt er mit derim zweiten Lauf erzielten Zeit von 59,91 Sekunden Tagesbestzeitauf und unterbietet damit auf seinem Eigenbau an diesem Tag als einziger die Schallmauer von einer Minute. Der Landmaschinenmechaniker und mehrfache Schweizer Meister absolviert seinedrei Läufe, von denen die besten zwei für die Rangierung zählen, mit einer erstaunlichen Regelmässigkeit und Abweichung von nur 75 Hundertstelsekunden.

Pläne für das nächste Jahr

Um den Teilnehmerrückgang zu stoppen, haben sich die Organisatoren für die nächstjährige Durchführung bereits Massnahmen überlegt. «Wir beabsichtigen, eine originelle Seifenkiste in Form einer Dampflokomotive herzustellen, mit der dann Kinderund Jugendliche starten können, die keinen eigenen fahrbaren Untersatz besitzen», so Roger Marti nach der Rangverkündigung in der Festwirtschaft Boxenstopp imTobelacker.