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BRAUNAU: Im Ziel mit Gold

An der Berufs-WM in Abu Dhabi war die Schweiz so erfolgreich wie nie zuvor. Auch wenn nicht alles glatt lief, holte der Möbelschreiner Sven Bürki unter dem wachsamen Expertenauge von Tobias Hugentobler Gold.
Rossella Blattmann
Sven Bürki und Swiss-Skills-Experte Tobias Hugentobler in der Werkstatt von Hugentoblers Betrieb in Braunau. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Sven Bürki und Swiss-Skills-Experte Tobias Hugentobler in der Werkstatt von Hugentoblers Betrieb in Braunau. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Rossella Blattmann

rossella.blattmann@

thurgauerzeitung.ch

Warum bauen Schweizer so gute Möbel? Tobias Hugentobler sitzt im Pausenraum seines Betriebs, der Hugentobler AG in Hittingen, Braunau. Der 38-Jährige überlegt kurz und sagt dann: «Es liegt an der ausgezeichneten Grundausbildung, dass die Schweizer Möbelschreiner seit vielen Jahren auf internationalem Niveau brillieren.»

Der Experte ist selbst Meister seines Faches

Schweizer Möbel stehen für Qualität, und Hugentobler weiss, wovon er spricht. Vor 16 Jahren wurde er Vizeweltmeister bei den Bauschreinern, und er ist bereits seit mehreren Jahren als Swiss-Skills-Schreinerexperte im Einsatz. Die World Skills in Abu Dhabi waren für ihn bereits der zweite internationale Grossanlass. Er wohnt mit seiner Freundin in einem Einfamilienhaus in Rickenbach bei Wil.

Tobias Hugentoblers Schützling, der 22-jährige Möbelschreiner-Weltmeister Sven Bürki, wohnt noch bei seinen Eltern in Lanzenneunforn. Er schätzt das duale Bildungssystem in der Schweiz ebenfalls sehr. Letzterem verdanke er auch einen Teil seines Erfolgs. Er habe eine Lehre als Möbelschreiner gemacht und arbeitet seit seinem Lehrabschluss als Möbelschreiner bei der Schreinerei Fehlmann AG in Müllheim. «Das ist nicht selbstverständlich.» Länder wie China, der diesjährige Sieger des Medaillenspiegels, bereiten ihre Kandidaten gezielt während mehrerer Jahre auf die Berufs-Weltmeisterschaften vor. Der Fokus liege auf dem Medaillengewinn, und nicht, wie in der Schweiz, auf dem langfristigen Erlernen eines qualitativ hochstehenden Berufes.

Für Sven Bürki hatten die Wettkampfvorbereitungen für die Berufsweltmeisterschaften 2017 in den Vereinigten Arabischen Emiraten vor gut einem Jahr begonnen. Vier Monate vor Abflug übte er in Hugentoblers Betrieb. In dieser Vorbereitungsphase hatte Bürki unbezahlten Urlaub genommen. Unterstützung, auch finanzielle, erhielt er in dieser Zeit von Swiss Skills und vom Schweizer Schreinermeisterverband. «Ohne diesen Support wäre eine optimale Vorbereitung auf die World Skills nicht möglich.»

Für Sven Bürki und Tobias Hugentobler war es von Beginn an das erklärte Ziel, möglichst weit nach vorne zu kommen und eine Medaille mit nach Hause zu bringen, wie Hugentobler betont. Auch wenn diese Aufgabe nicht einfach sein würde. Sie hätten gewusst, dass das vordere Feld ziemlich eng sein würde. Dass Sven Gold gewonnen hat, freut die beiden Thurgauer Schreiner umso mehr. Hugentobler wusste bereits einige Stunden vor der Schlussfeier und der Rangverkündigung, dass Sven Bürki eine Medaille gewinnen würde, jedoch nicht, dass es die goldene würde. Als Hugentobler hörte, dass es für Bürki und das Swiss-Skills-Team zu einer Goldmedaille gereicht hatte, sei er überglücklich gewesen und aus allen Wolken gefallen.

Was lange währt, wird endlich gut

Sven Bürkis Sieg ist der Beweis, dass auf dem Weg zum Erfolg Stolpersteine kein Hindernis sind. Während des viertätigen Wettkampfes unterliefen Sven Bürki auch Fehler. Die Möbelschreiner hatten die Aufgabe, ein Beistellmöbel herzustellen. Beim Schreinern der Schubladen ging nicht alles glatt. Dadurch verlor Bürki wertvolle Punkte, was Hugentobler sogleich auffiel. «Als ich merkte, dass Sven bei den Schubladen Fehler gemacht hatte, dachte ich, dass zwar ein Platz in den Top Ten drinliegt, aber dass es nun mit einer Medaille schwierig würde.»

Um den jungen Möbelschreiner nicht zu verunsichern, hat Hugentobler nichts gesagt. «Ich wollte, dass Sven fokussiert bleibt und sich auf den Wettkampf konzentriert.» Es sollte sich lohnen. Für Sven Bürki war das Ende seines Wettkampfs das Highlight des Erlebnisses World Skills Abu Dhabi. «Ich habe meine Aufgabe angefeuert von 50 Schweizer Fans auf die letzte Sekunde beendet. Als der Schlusspfiff endlich ertönte, und ich wusste, dass ich es nun geschafft hatte, war ich unglaublich erleichtert, und ich konnte den Augenblick in vollen Zügen geniessen.»

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