Brauen ausserhalb der Brauzone

Murgspritzer

Stefan Hilzinger
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Was lange gärt, wird endlich gut. Das gilt im besonderen für das umstrittene Regionale Braureglement. Jahrelang haben die Braumeister der Regionalplanungsgruppe Brauenfeld um das Papier gerungen. Was macht gutes Brauen aus? Welches sind die Brauzonen? Welche Vorschriften sollen gelten? Wie misst man den minimalen Brauabstand? Wie die maximale Brauhöhe? Wie sieht ein ordentliches Braugesuch aus? Wie eine Braubewilligung? Fragen über Fragen, welche nicht nur Braumeister, sondern auch Juristen beschäftigten. Doch nun scheint das Braureglement auf der Zielgeraden zu sein. Das hiesige Reinheitsgebot dürfte nun – 500 Jahre nach dem bayerischen – ausgegoren sein.

Der Redaktion liegt exklusiv eine erste pdf-Version des Braureglements vor. Die Vorabversion enthält ein gravierendes Schlupfloch, wie eine Nachfrage beim Kantonsbraumeister bestätigte: Das stark verbreitete Brauen ausserhalb der Brauzone ist mit keinem Wort erwähnt. Was will die Braubehörde dagegen tun?

Klar geregelt ist dagegen der minimale Brauabstand: Dazu nimmt man den mittleren Abstand der Oktoberfeste von Matzingen, Frauenfeld und Steckborn (auf hundert Meter gerundet), daraus zieht man die Quadratwurzel, schon hat man den minimalen Brauabstand. Im Sinne des verdichteten Brauens wären somit laut Anhang A, Ziffer 3, noch Oktoberfeste in der Murkart, im Ristenbühl, in Pfyn und Gündelhart möglich.

Stefan Hilzinger

stefan.hilzinger@thurgauerzeitung.ch