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BOTTIGHOFEN: Waldfriedhof: Jetzt kehrt Ruhe ein

Der Rechtsstreit hat ein Ende: Die Gemeinde Bottighofen muss der Waldesruh GmbH die Baubewilligung für ihren Waldfriedhof erteilen. Damit sind zwei von rund 17 Waldfriedhöfen im Kanton legal.
Michèle Vaterlaus
Fritz A. Staible mit seinem Hund auf dem Waldfriedhof in Bottighofen. (Bild: Andrea Stalder)

Fritz A. Staible mit seinem Hund auf dem Waldfriedhof in Bottighofen. (Bild: Andrea Stalder)

BOTTIGHOFEN. Endlich ist Ruhe eingekehrt rund um den Waldfriedhof in Bottighofen. Nach knapp fünf Jahren hat das Departement für Bau und Umwelt mit einem Entscheid den Rechtsstreit zwischen der Waldesruh GmbH und der Gemeinde Bottighofen beendet. Das Unternehmen darf weiterhin den Friedhof im Wald betreiben und die Gemeinde muss eine entsprechende Baubewilligung erteilen. «Ich bin froh über den Entscheid», sagt Fritz A. Staible, Geschäftsführer der Waldesruh GmbH.

Altes Gesetz

Angefangen hat der Rechtsstreit im Jahr 2011. Die Waldesruh GmbH hatte damals ein Baugesuch an die Gemeinde gestellt. Denn der Waldfriedhof in Bottighofen hatte mittlerweile eine Grösse von 20 Bäumen erreicht. Da das Unternehmen noch mehr Baumbestattungen vornehmen wollte, musste es gemäss dem damals geltenden Gesetz ein Baugesuch an die Gemeinde stellen. Dagegen hatte es aber eine Einsprache gegeben. Aufgrund dieser erteilte die Gemeinde Bottighofen schliesslich keine Baubewilligung mehr.

Sie begründete diesen Entscheid damit, dass der nächste Parkplatz zu weit weg sei. Die Gemeinde befürchtete deshalb, dass die Besucher des Waldfriedhofes mit dem Auto bis zu den Grabstätten fahren würden und es ein Verkehrschaos gebe. Und es gebe kein Bedürfnis nach Waldruhestätten in Bottighofen. Damit hätte der Waldfriedhof nicht weiter betrieben werden können. Staible legte deshalb Rekurs beim Departement für Bau und Umwelt ein. Ende Januar entschied dieses, dass die Gemeinde das Gebiet nun ausscheiden muss. Mittlerweile ist der Entscheid rechtskräftig.

Damit ist der Bottighofer Waldfriedhof rechtlich auf eine solide Basis gestellt. Er ist aber der einzige, der noch nach altem Recht besteht und auch so weitergeführt werden darf. Denn seit Januar 2014 gilt im Thurgau ein neues Gesundheitsgesetz.

Neues Gesetz

Demnach können Gemeinden Areale für Friedwälder speziell kennzeichnen. Bevor sie dies tun, müssen sie das Forstamt anhören. Ist dieses einverstanden, können sie das Gebiet ausscheiden. Der Betreiber des Friedwaldes muss danach jedoch auch noch ein Gesuch an das Forstamt einreichen, damit er eine Bewilligung für eine nachteilige Nutzung des Waldes bekommt. Dabei geht es darum, dass gewisse Regeln beim Betrieb eines Waldfriedhofes eingehalten werden. Beispielsweise darf nur Asche, allenfalls Asche in verrottbaren Urnen, beigesetzt werden.

Im Thurgau gibt es rund 17 Waldfriedhöfe. Noch sind nicht alle definitiv bewilligt. «Die Ausscheidungen kommen harzig voran», sagt Daniel Böhi, Leiter des kantonalen Forstamtes. Im letzten September hat das DBU deshalb die Gemeinden angeschrieben, mit der Bitte, sich darum zu kümmern. «Seitdem hat sich einiges getan.» Er weiss von einigen Gemeinden – wie beispielsweise Amriswil, Ermatingen, Kreuzlingen, Mammern, Matzingen, Tägerwilen, Weinfelden, – dass sie an der Arbeit sind. Damit sei er ganz zufrieden.

Ein Spezialfall

Das DBU will keinen grossen Druck auf die Gemeinden ausüben. «Wenn am Schluss alles rechtsgültig ist, reicht das», sagt Marco Sacchetti, Generalsekretär des DBU. Bisher seien dem Departement auch keine Beanstandungen zu Ohren gekommen. «Der Fall von Bottighofen war ein Spezialfall.»

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