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Botschafter des Kantons

Hansjörg Walter hat als höchster Schweizer viele Gespräche geführt und mehrere Länder bereist. Er würde sich freuen, wenn mit Edith Graf-Litscher eine Thurgauerin das Amt bekleidet.
Larissa Flammer
Hansjörg Walter eröffnete als Nationalratspräsident die Olma. (Bild: Urs Bucher)

Hansjörg Walter eröffnete als Nationalratspräsident die Olma. (Bild: Urs Bucher)

Die Thurgauerin Edith Graf-Litscher hat sich für das Amt als erster Vize des Nationalratspräsidenten beworben. Im Jahr 2019 würde sie selber gerne den Rat präsidieren. Der letzte Thurgauer, der dieses Amt innehatte, war SVP-Nationalrat Hansjörg Walter im Amtsjahr 2011/2012.

Hansjörg Walter, was für Erinnerungen sind Ihnen aus Ihrem Amtsjahr geblieben?

Sehr vielseitige. Es gab schöne Höhepunkte, aber auch sehr tragische Momente.

Welches waren die schönen Höhepunkte?

Einerseits war die Parlamentsführung sehr spannend. Es sind zu der Zeit viele Neue ins Parlament eingetreten. Aber auch Begegnungen im Land waren schön. Ich wurde zu sehr vielen Veranstaltungen eingeladen. Einige musste ich an den ersten Vizepräsidenten und den Ständeratspräsidenten delegieren. Dann gab es auch viele internationale Begegnungen. Ich war in den Emiraten, habe am Nationentag der Weltausstellung in Südkorea gesprochen, war in Kanada und mit den Fraktionspräsidenten in Serbien und Slowenien. Ich hatten einen direkten Zugang zu vielen interessanten Personen. Zu Martin Schulz, dem Präsidenten des EU-Parlaments beispielsweise. Und die Zusammenarbeit mit Bundesratspräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf war sehr eng.

Und was waren die tragischen Momente?

Während des Amtsjahrs sind zwei Parlamentsmitglieder gestorben. Das ist ein emotional tragischer Moment, wenn zwei Kollegen im Amt sterben. Dann habe ich auch Gedenkminuten abgehalten. Der schreckliche Carunfall im Wallis ist mir da noch in Erinnerung.

Edith Graf-Litscher würde 2019 nur sieben Jahre nach Ihnen als letzter Thurgauer Nationalratspräsidentin werden. Ist das ein Nachteil?

Nein, das glaube ich nicht. Auf den Kanton wird da keine Rücksicht genommen. Der letzte Nationalratspräsident der Sozialdemokraten war ein Mann aus der Westschweiz. Die Tatsache, dass jetzt Frauen aus der Deutschschweiz im Rennen sind, ist da wichtiger.

Wurden Sie denn in Ihrem Amtsjahr überhaupt als Thurgauer wahrgenommen?

Durchaus. Ich war schon ein wenig ein Botschafter für den Kanton. Das sollte man aber nicht überschätzen.

Würden Sie sich freuen, wenn wieder jemand aus dem Thurgau das Amt innehat?

Ja, natürlich würde ich mich freuen, wenn eine Kollegin aus dem Kanton die Aufgabe übernehmen würde.

Edith Graf-Litscher würde während des Amtsjahrs gerne persönlich auf die Menschen zugehen und sie zur politischen Teilnahme ermuntern. Hätte sie dafür überhaupt genügend Zeit?

Auf Menschen zuzugehen ist ja der grundsätzliche Auftrag auf nationaler Ebene. Ich bin erstaunt, wie die Funktion des Nationalratspräsidenten im Volk Beachtung findet. Mir wurde an Umzügen zugeklatscht. Das Amt hat eine gewisse Bedeutung in der Bevölkerung. Den Kontakt zu suchen wird daher einfach. Man wird fast schon überhäuft. Es ist vermutlich einfacher, mit 100 Menschen gleichzeitig zu sprechen, als mit einem alleine.

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