Borner erteilt definitive Absage

MATZINGEN. Die Matzinger haben Viktor Borner zu ihrem Gemeindeammann gewählt. Der 50jährige Geschäftsmann lehnt die Wahl aber ab. Jetzt fängt die Suche nach einem Kandidaten von vorne an.

Melissa Müller
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Viktor Borner: «Es bleibt mir nichts anderes übrig, als die Wahl abzulehnen.» (Archivbild: Reto Martin)

Viktor Borner: «Es bleibt mir nichts anderes übrig, als die Wahl abzulehnen.» (Archivbild: Reto Martin)

Der zum Gemeindeammann gewählte Matzinger Viktor Borner macht mit seiner Ankündigung ernst: Er lehnt das Amt ab. «Ich will Spekulationen ein Ende bereiten», erklärt er.

Vorangegangen ist eine Auseinandersetzung um die Stellenprozente des Gemeindeammanns. Als Borner seine Kandidatur bekannt gegeben hatte, stand das Pensum noch nicht fest. «Der Gemeinderat hat zu spät kommuniziert, dass er das Pensum nur auf 60 Prozent erhöhen will.» Borner bestand auf 80 Prozent, was abgelehnt wurde.

Wechselbad der Gefühle erlebt

«Es ist konsequent und gradlinig, dass ich die Wahl nun ablehne und an meinen Prinzipien festhalte», sagt Viktor Borner. Er habe im Vorfeld der Wahlen ein «Wechselbad der Gefühle» erlebt und auch etliche positive Reaktionen erhalten. «Meine Person war unumstritten.

Mein Wahlresultat zeigt, dass ich von einer breiten Bevölkerungsschicht in Matzingen akzeptiert werde.»

Die Kandidatensuche eilt

Nach Borners Absage geht die Suche nach einem Gemeindeammann von vorne los. Die Zeit drängt: In gut drei Wochen, um den 10. März, müssen die Kandidaten bekannt sein. Spätestens zwei Wochen vor dem zweiten Wahlgang am 10. April wird das Wahlmaterial verschickt. Diesmal werden keine Namenlisten, sondern leere Wahlzettel versandt.

«Bewerber sollten mittels Presse, Flugblättern oder Plakaten auf sich aufmerksam machen», sagt Gemeindeschreiber Willy Feurer. Siegfried Steiner, SVP Matzingen-Stettfurt, will die Stelle ausschreiben: «Der neue Gemeindeammann sollte über ein breites Wissen verfügen, er sollte Vertrauen erwecken und fähig sein, Fehler zuzugeben.»

Hugentobler sagt nicht Nein

Der prominenteste Matzinger, Grossratspräsident Walter Hugentobler (SP), schliesst eine Kandidatur nicht aus: «Gemeindeammann ist ein spannendes Amt. Ich habe schon einmal, vor Jahren, gegen Elmar Bissegger kandidiert. Ich kann mir ein Exekutivamt grundsätzlich vorstellen, da man da mehr bewegen kann als in der Legislative.»

Sollte sich Hugentobler für eine Kandidatur entscheiden, müsste er erklären, warum er sich mit einem 60-Prozent-Pensum zufrieden gibt. Schliesslich hatte er Borner darin unterstützt, ein 80-Prozent-Pensum zu fordern.

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