BORDELL: Das Treiben im Affen geht weiter

Gegen die ehemalige Pächterin des «Blauen Aff» in Affeltrangen läuft ein Konkursverfahren. Auf den Betrieb hat dies keine Auswirkungen. Neu ist auch der Grundstück-Besitzer: Er habe keine Abrisspläne für die Kontaktbar.

Donat Beerli
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Das Affeltranger Bordell Blauer Aff warb 2015 mit einem Plakat auch in der Weinfelder Eishalle Güttingersreuti. (Archivbild: Reto Martin)

Das Affeltranger Bordell Blauer Aff warb 2015 mit einem Plakat auch in der Weinfelder Eishalle Güttingersreuti. (Archivbild: Reto Martin)

Nicht nur unter Freiern kennt man den «Blauen Aff» bis weit über die Kantonsgrenzen hinaus. Während Bordelle im Wochentakt schliessen und bald mit anderem Namen aber gleichen Ideen ihr Glück versuchen, sind die Türen der Affeltranger Kontaktbar seit jeher geöffnet. Glaubt man den Beteiligten, werden sie das auch weiterhin – Gerüchten zu Trotz: In Freierkreisen wurde nämlich gemunkelt, dass die letzte Stunde des «Blauen Aff» geschlagen haben könnte.

Grund für die Gerüchte könnten zwei Dinge sein: Gegen die «Remro GmbH», die alte Betreiberin des «Blauen Aff», läuft ein Konkursverfahren. Das bestätigt Jürg Wacker, stellvertretender Abteilungsleiter beim Konkursamt. Das Verfahren sei am 9. März dieses Jahres eröffnet worden. Ein Blick ins Amtsblatt verrät: Die vorläufige Konkursanzeige gegen die «Remro GmbH» wurde am 5. Mai publiziert.

Dazu Stellung nehmen wollte Wacker mit Verweis auf das Amtsgeheimnis nicht. Bei wem die ehemalige Betreiberin der Kontaktbar in der Kreide steht, bleibt also unklar. Wacker sagt lediglich, dass es zwei Möglichkeiten gebe, um ein Konkursverfahren zu eröffnen: «Entweder wird die GmbH in den Konkurs getrieben, oder sie deponiert ihre Bilanz selber.»

Der neue Besitzer ist zufrieden mit der Mieterin

Auswirkungen auf den Bordellbetrieb hat das Konkursverfahren nicht, da der «Blaue Aff» seit Ende 2016 – wie eingangs erwähnt – von einer neuen Gesellschaft betrieben wird. «Es ist eben nicht der ‹Blaue Aff›, der im Konkurs steht, sondern die ehemalige Betriebsgesellschaft», sagt Jürg Wacker. Eine anderer Grund für die Schliessungsgerüchte könnte mit den veränderten Besitzverhältnissen der Parzelle Land zu tun haben, auf dem die Kontaktbar steht. Gemäss Grundbuchauszug ist die Autogarage Alder nebenan seit dem 1. März neue Besitzerin des Areals. Der Inhaber bestätigt dies auf Anfrage: «Wir haben das Grundstück gekauft.» Es gehe darum, den 70 jährigen Standort zu sichern. «Vorher hatten wir die Fahrzeuge zur Miete auf dem Areal. Vielleicht hätten wir ein Problem bekommen, wenn es jemand anders gekauft hätte.»

In den Betrieb der Kontaktbar hat der neue Besitzer der Liegenschaft keinen Einblick. Er geht aber nicht davon aus, dass die Geschäftsführerin im Sinn hat hat, die Kontaktbar zu schliessen. «Es besteht ein langjähriger Mietvertrag und bis jetzt wurde immer fristgerecht bezahlt», sagt er. Ausserdem sei in letzter Zeit Verschiedenes renoviert worden. Auch denke er nicht daran, das Bordell abzureissen und dort einen Wohnblock hinzustellen. «Wir haben einen Mietvertrag und ein gutes Verhältnis mit den Mietern. Warum sollten wir etwas ändern?»

Auch in Braunau gibt der Puff zu reden

Das ehemalige «Paris-Chic» in Braunau hat seit kurzem wieder einen Mieter. Dieser möchte darin am liebsten ein Bordell betreiben – «analog zum Blauen Aff», sagt Gemeindepräsident David Zimmermann. Die Webseite ist online, unter dem Namen «Wild Cat». Dort heisst es, dass die Kontaktbar bald neu eröffnet wird. Anscheinend haben jedoch bereits Frauen im Haus gewohnt, obwohl die nötigen Dokumente für einen solchen Betrieb noch fehlen. Seit die Gemeinde deshalb vor wenigen Wochen eingeschritten ist, sei das Haus wieder leer und die Frauen weg, sagt Zimmermann. Der Mieter habe jedoch kürzlich neue Unterlagen eingereicht. «Diese reichen jedoch nicht aus, dass wir eine Auflage für den Patenterwerb machen können», sagt Zimmermann. Der betreffende Mieter war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.