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BOOTSLIEGEPLÄTZE: «Wir haben keinen Spielraum für Mauscheleien»

Gemeinderat Hansruedi Buff wehrt sich gegen die Kritik an der Vergabe von Bootsliegeplätzen in Eschenz. Bisher sei noch kein einziger Beweis erbracht worden, dass etwas falsch gelaufen sei.
Ida Sandl

Hansruedi Buff ist Eschenzer Gemeinderat und war bis vor kurzem Präsident der Bootshafenkommission. Er wehrt sich gegen die Vorwürfe, bei der Vergabe von Liegeplätzen herrsche Vetterliwirtschaft.

Herr Buff, wird in Eschenz bei den Bootsliegeplätzen gemauschelt?

Nein, eindeutig nicht. Solche Vorwürfe tauchen zwar immer wieder auf. Bis heute konnte aber kein einziger konkreter Hinweis gefunden werden, dass die Liegeplätze nicht korrekt verteilt werden. Auch der Gemeinderat ist der Sache bereits auf den Grund gegangen und hat nichts gefunden.

Letzte Woche gab es eine Gerichtsverhandlung wegen übler Nachrede. Dabei wies der Richter darauf hin, dass der Hafenmeister, der auch Bootsbauer ist, bei der Vergabe von Liegeplätzen in den Ausstand treten müsse.

Sobald auch nur der Anschein eines Interessenkonfliktes auftaucht, tritt der Hafenmeister heute schon in den Ausstand. Ich bin da sehr sensibel. Peter Wagner ist auch nicht Mitglied der Bootsplatzkommission, sondern hat darin nur beratende Stimme.

Wäre es nicht besser, auch auf seine beratende Stimme zu verzichten?

Wir sind auf seine Fachkenntnisse angewiesen. Niemand kennt die Verhältnisse in einem Hafen so gut wie ein Hafenmeister. Die Situation in Eschenz ist sehr anspruchsvoll. Und Peter Wagner ist ein Hafenmeister, der viel Herzblut in seine Arbeit steckt.

Wieso ist die Situation in Eschenz so anspruchsvoll?

Wir haben vier Standorte. Der ganze Hafen ist nahe am Naturschutzgebiet. Das Bojenfeld Nili liegt sogar im Naturschutzgebiet. Da kann man nicht jedes Boot zulassen. Deshalb haben wir die PS im Nili auf 25 PS beschränkt.

Es gibt Gerüchte, dass jene, die ein Boot vom Hafenmeister kaufen, bevorzugt werden.

Das stimmt überhaupt nicht. Ich habe es selber überprüft. In den letzten sechs Jahren haben wir knapp 30 Bootsliegeplätze vergeben. Davon sind ganze zwei Boote vor oder nach der Liegeplatzvergabe bei der Bootswerft Wagner gekauft worden. Wie kann man da von Bevorzugung reden?

Wie gehen Sie vor bei der Vergabe von Liegeplätzen?

Wir richten uns genau nach dem Datum, an dem die Bewerbung eingegangen ist. Dann prüfen wir, ob die Voraussetzungen wie Wohnort des Bewerbers, Bootstyp und so weiter erfüllt sind. Das Reglement ist so exakt, dass es keinen Spielraum für Mauscheleien gibt. Aber nicht jeder Platz hat die gleich lange Wartezeit.

Wie lange muss man in Eschenz auf einen Liegeplatz warten?

Einheimische warten auf einen Platz im Hafen etwa acht Jahre, Auswärtige etwa 25 Jahre. Im Nili kann man mit etwas Glück schon nach ein bis zwei Jahren einen Platz bekommen. Die vergeben wir aber nur an Anwohner, weil je nach Wasserstand die Anlegesteine verschoben werden müssen. Auch beim Bojenfeld und beim Trockenplatz sind die ­Wartezeiten kürzer als für die Steganlage.

Man kann einen Liegeplatz auch wieder verlieren.

Auch das ist genau geregelt. Ein Kündigungsgrund ist gemäss Reglement zum Beispiel, wenn das Boot bis zum 15. Juni ohne schriftliche Meldung nicht eingewassert ist. Bis heute wird in solchen Fällen zuerst eine Abmahnung erteilt und erst im Wiederholungsfall oder verbunden mit anderen Reglementverstössen gekündigt. Ein Hafen ist ein soziales Gefüge, da müssen sich alle an Vorschriften halten.

Warum machen Sie die Warteliste nicht öffentlich, wie etwa Diessenhofen?

Nur wenige Häfen im Thurgau stellen ihre Warteliste ins Internet, wie Diessenhofen. Ich bin mir nicht sicher, ob die Bewerber davon so begeistert sind. Es gibt ja auch noch den Datenschutz. Auf der Gemeinde kann aber ­jeder nachfragen, auf welchem Platz er steht.

Stimmt es, dass ein Gemeinderat einen Bootsbesitzer gewarnt hat, die Familie würde ihre Liegeplätze verlieren, wenn der Sohn die Klage vor Verwaltungsgericht nicht zurückzieht?

Davon hatte der Gemeinderat keinerlei Kenntnis. Es war auch kein Gemeinderat, sondern ein Mitglied der Bootsplatzkommission und damals zugleich ein Freund des Bootsbesitzers. Es handelte sich um einen rein privaten Anruf. Es gibt bei uns keine Bestrafung, wenn sich jemand wehrt.

Ein Sohn dieses Bootsbesitzers hat seinen Liegeplatz dann aber tatsächlich ver­loren.

Der Sohn lebt in Frankreich und hat in Eschenz einen Liegeplatz, wie auch sein Vater und sein Bruder. Dann gab es auch noch Reglementsverstösse, das können wird nicht dulden.

Das Gericht hat den Boots­besitzer vom Vorwurf der üblen Nachrede freigesprochen. Wie geht es jetzt weiter?

Wir haben eine schriftliche Begründung des Urteils verlangt. Je nachdem werden wir entscheiden, ob wir den Entscheid weiterziehen.

Das Gericht hat auch den Interessenskonflikt des Hafenmeisters kritisiert.

Nachdem die schriftliche Begründung vorliegt, werden wir die Liegeplatzvergabe bis ins kleinste Detail überprüfen. Falls es etwas zu verbessern gibt, werden wir das tun.

Ida Sandl

ida.sandl

@thurgauerzeitung.ch

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