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BODENSEE: Vogelschützer fordern halbierte Kitesurfzone bei Münsterlingen

Der WWF Thurgau hat die letzte Vernehmlassung wegen interner Probleme verpasst. Nun fordern er und der Thurgauer Vogelschutz eine Aufhebung der Kitesurfzone Münsterlingen, oder zumindest eine Halbierung.

Die Kitesurfer stören die Vögel in der östlichen Bucht von Münsterlingen, erklären der WWF Thurgau und der Thurgauer Vogelschutz in einer gemeinsamen Medienmitteilung. Die Verbände fordern deshalb eine Aufhebung der Kitesurfzone Münsterlingen. Dazu schlagen sie gleich einen für sie akzeptablen Kompromiss vor. Dieser besteht in der Halbierung der für Drachensegler zugelas­senen Wasserfläche; ausserdem sollen Bojen die Grenzen markieren, da Drachensurfer diese sonst nur schwer erkennen könnten. Bei Münsterlingen ist gemäss Mitteilung noch natürlicher Strand zu finden. Das Schilf an der östlichen Bucht dient Haubentauchern, Bläss- und Teichhühnern als Brutstätte. Die Wasservögel nutzen diesen Strandabschnitt bereits im Oktober stark. Kitesurfen ist aber jeweils bis am 15. November erlaubt.

Bei der Kitezone Berlingen soll laut den Verbänden überprüft werden, wie weit sie von den Drachensurfern eingehalten wird.

Der Kanton Thurgau gestattet Kitesurfen auf dem Bodensee seit 2003 auf einer drei Quadratkilometer grossen Fläche vor dem Ufer zwischen Berlingen und Ermatingen und auf einer ­etwas mehr als ein Quadratkilometer grossen Fläche vor dem Ufer zwischen Münsterlingen und Scherzingen.

Das Departement für Justiz und Sicherheit erlässt die Bewilligung jeweils auf zwei Jahre, ­wobei es jeweils zuvor eine Vernehmlassung durchführt. Bei der periodischen Verlängerung kann die Bewilligung an neue Entwicklungen angepasst werden. Vor der letzten Verlängerung Anfang 2016 hatten sich die Umwelt­verbände nicht gemeldet. Den Grund erklärt die Medien­sprecherin des WWF, Muriel Gschwend: «Wir haben damals aufgrund Geschäftsführerwechsel und Rochaden im Vorstand schlicht die Frist verpasst.»

Thomas Wunderlin

thomas.wunderlin@thurgauerzeitung.ch

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