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BLUTSPENDEN IM THURGAU: In den Ferien bluten die Vorräte aus

Mit dem Beginn der Sommerferien geht es für die Blutspendedienste in die heisse Phase: Viele Spender verreisen, die Vorräte werden knapp. Im Thurgau ist generell ein­­ Rückgang der Personen festzustellen, die ihren Lebenssaft zur Verfügung stellen.
Sebastian Keller
Der Sommer ist für Blutspendedienste eine heikle Phase, weil viele Spender in den Ferien sind. (Bild: Michel Canonica)

Der Sommer ist für Blutspendedienste eine heikle Phase, weil viele Spender in den Ferien sind. (Bild: Michel Canonica)

Sebastian Keller

sebastian.keller@thurgauerzeitung.ch

Für manche stehen die schönsten Wochen des Jahres bevor: Sonne, Strand und Sangria. Doch für Blutspendedienste sind die Ferien alles andere als stressfrei. Da im Sommer viele Menschen ­verreisen, werden die Blutvorräte in der Schweiz manchmal knapp. Das hält das Bundesamt für Gesundheit in einer Mitteilung zum heutigen Weltblutspendetag fest. Die Beobachtung teilt Jutta Thierbach. Sie ist Leiterin des ­Blutspendezentrums SRK Ostschweiz, das eng mit dem Blutspendedienst Thurgau zusammenarbeitet. Im Sommer seien nicht nur viele in den Ferien, sondern es werde auch mehr Blut benötigt. Grund: Die Menschen sind draussen aktiv, verletzen sich. Als Beispiel nennt sie einen schweren Velounfall, der unter Umständen eine Bluttransfusion nötig macht.

«Wir versuchen, unsere Lager vorab zu füllen»

Weil die Blutspendedienste um das Sommerloch wissen, bereiten sie sich vor. «Wir versuchen, unsere Lager vorab zu füllen», sagt Thierbach. Doch die Lagerhaltung hat einen Haken: Blut ist maximal 49 Tage haltbar. Deshalb sei es nicht sinnvoll, wenn alle gleichzeitig ihren Lebenssaft zur Verfügung stellen. Die Blutspendedienste versuchen vermehrt, die Spender bei Bedarf aufzubieten. Dies ist auch deshalb notwendig, weil vermehrt medizinische Konzepte – Stichwort Patient Blood Management – umgesetzt wurden, durch die es generell zu Einsparung von Transfusionen kam. Diese Entwicklung führte aber auch zu grösseren schwer zu kalkulierenden Schwankungen des Bedarfs.

Im Kanton Thurgau nahm die Anzahl der Spender über die vergangenen Jahre ab (siehe Grafik). Jutta Thierbach beobachtet dies auch in anderen Kantonen. Einen Grund sieht sie in der demografischen Entwicklung: Treue Spender werden älter und dürfen nicht mehr spenden. «Deshalb sind auch die jungen Spender sehr willkommen», sagt Thierbach, «am liebsten mit der gleichen Treue wie die älteren.» Ihr Blut spenden können Personen im Alter von 16 bis 60 Jahren, regelmässige Spender bis 75. In allen Fällen müssen sie eine Reihe von Bedingungen erfüllen.

Die Kantonsspitäler in Frauenfeld und Münsterlingen nehmen Blut, zusätzlich führen sie mit Samaritervereinen Blutspende-Aktionen in Dörfern und Städten durch – so etwa mit dem Samariterverein Weinfelden. Vreni Neukomm organisiert die Aktionen seitens des Vereins mit. «Blutspenden findet in lockerer Atmosphäre statt», sagt sie. Manchmal müssten die Helfer Spendern Mut zusprechen. «Es tut nicht weh», versichert Vreni Neukomm, «die Nadel ist klein.» Zudem werde der Vorgang von Pflegefachpersonal begleitet, ein Arzt ist ebenfalls zugegen. Lange dauert die Blutentnahme nicht. «Wenn das Blut schnell fliesst, dauert es sechs Minuten», sagt Neukomm. Das ganze Prozedere dauert rund 45 Minuten. Gespendet werden 450 Milliliter. Danach benötigt der Spender Energie. Deshalb tischt der Samariterverein Eingeklemmte und etwas Flüssiges auf. «Essen und Trinken ist auch vor dem Spenden wichtig», sagt Neukomm.

Treue Spender werden belohnt. Im Thurgau wurden im 2016 zwei Jubilare geehrt, die ihre 100. Entnahme feierten. In Weinfelden beispielsweise erhalten treue Spender einen Früchtekorb oder ein Badetuch. Damit steht den sommerlichen Strandferien nichts mehr im Weg.

Hinweis www.blutspende.ch

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