Blumen zum Abschied

AADORF. 237 Aadorfer Stimmberechtigte genehmigen an der Gemeindeversammlung, letztmalig geleitet von Bruno Lüscher, sowohl das Budget 2015, den erhöhten Steuerfuss, ein neues Tanklöschfahrzeug als auch neun Einbürgerungsgesuche.

Kurt Lichtensteiger
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Gemeindeschreiberin Manuela Fritschi an ihrer ersten GV.

Gemeindeschreiberin Manuela Fritschi an ihrer ersten GV.

Spektakulär in die Annalen dürfte für Gemeindeammann Bruno Lüscher die letztmals präsidierte Gemeindeversammlung von Aadorf nicht eingehen. Angesichts der Traktandenliste ist am Montagabend auch kaum etwas anderes zu erwarten. Lüscher hatte in seiner fast 24jährigen Amtszeit grössere Herausforderungen zu meistern: Die Gemeindefusion, der Bau des Gemeindezentrums und die Begleitung des Aaheims sind nur einige Stichworte. «Eine Konsolidierung des Bestehenden, Qualität nach innen schaffen und neue Einwohner integrieren gehören auch zu den künftigen Aufgaben», sagt Lüscher dazu. Als Erstes wird er denn von Vize-Gemeindeammann Roman Engeler unter Beifall der 237 Stimmberechtigten im Gemeindezentrum verabschiedet.

Steuerfuss zwei Prozent höher

Wie gut die Gemeinde mit ihren 8555 Einwohnern trotz erklecklichen Investitionen dasteht, illustriert der Finanzverwalter Roger Disch. Der Voranschlag sieht bei einem Aufwand von rund 21,5 Millionen Franken einen Aufwandüberschuss von 387 000 Franken vor. Tendenziell dürfte die laufende Rechnung mit einem geplanten Aufwandüberschuss von 491 400 Franken geringer ausfallen. Die Erhöhung des Steuerfusses vom Vorjahr von 55 Prozent auf nun 57 Prozent wird genehmigt. Vor Jahren wurde noch mit einer Erhöhung um drei Prozent gerechnet. Gemäss Finanzplan dürfte sich in den nächsten Jahren nichts verändern. «Die Finanzlage der Gemeinde Aadorf kann weiterhin als gesund bezeichnet werden», sagt Disch.

Ohne Widerrede passiert die Ersatzbeschaffung eines Tanklöschfahrzeuges für 690 000 Franken, woran sich der Kanton mit 30 Prozent beteiligt. Die Inbetriebnahme dürfte im Herbst 2016 erfolgen, so dass auch die Nettokosten von 484 000 Franken auf zwei Jahre aufgeteilt werden. Auch keine Wortmeldungen gibt es zu den verschiedenen Investitionspositionen. Gemeinderat Andreas Meister orientiert über die mögliche Einführung von Unterflursammelstellen für den Abfall in der Gemeinde. 60 Standorte, meist auf privatem Grund, stehen zur Disposition. Während die Container bleiben, sollen die Abfallsäcke im Boden verschwinden; ein Entscheid ist aber noch nicht gefallen.

Neun Einbürgerungen

Den neun Einbürgerungsgesuchen wird mit wenigen Gegenstimmen stattgegeben. Die Gesuchsteller, allesamt auf der Galerie anwesend, dürfte es freuen. Zügig passiert auch das überarbeitete Friedhofreglement. Die Erläuterungen zur Teilrevision der Bau- und Zonenordnung scheinen trotz Komplexität mehr zu interessieren. Während die umgebenden Weiler gemäss Raumkonzept des Kantons zur Kulturlandschaft gehören und kaum wachsen, soll Aadorf mit Ettenhausen zum kompakten Siedlungsraum und nicht zum urbanen Raum zählen. In diesem Fall wäre das wirtschaftliche Wachstum allerdings eingeschränkt. Ein Entscheid diesbezüglich steht indes noch aus.

Vize Roman Engeler gratuliert Gemeindeammann Bruno Lüscher an dessen letzter Gemeindeversammlung. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Vize Roman Engeler gratuliert Gemeindeammann Bruno Lüscher an dessen letzter Gemeindeversammlung. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

237 Stimmberechtigte fanden sich im Aadorfer Gemeindezentrum ein.

237 Stimmberechtigte fanden sich im Aadorfer Gemeindezentrum ein.