Blaues Kreuz sorgt mit Stammtischen für Nachsorge

NEUHAUSEN. Das Blaue Kreuz Schaffhausen-Thurgau erarbeitete im vergangenen Jahr ein neues Konzept für die Nachsorge. Gruppenarbeit wird als wichtiges, ergänzendes Instrument zur Stabilisierung alkoholabhängiger Menschen erachtet.

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NEUHAUSEN. Das Blaue Kreuz Schaffhausen-Thurgau erarbeitete im vergangenen Jahr ein neues Konzept für die Nachsorge. Gruppenarbeit wird als wichtiges, ergänzendes Instrument zur Stabilisierung alkoholabhängiger Menschen erachtet.

An der Mitgliederversammlung Ende April zeigte sich Conny Suter, Stellenleiterin der Fachstelle Thurgau in Weinfelden überzeugt, dass in der neu entstandenen Gruppe mit dem niederschwelligen Angebot des Stammtisches die persönlichen Beziehungen noch mehr Gewicht erhalten.

Diese Gruppe ist offen für Menschen mit Alkoholproblemen wie auch für Angehörige. Der temporäre Rückgang von Neuanmeldungen 2014 ermöglicht es der Fachstelle Thurgau, sich vermehrt für neue Projekte einzusetzen.

Breit gemischter Kafi-Treff

Dazu zählt das geplante Beschäftigungsprogramm für Klienten aus der Beratung. Der Kafi-Treff im Blaukreuzhaus Oase in Weinfelden entwickelte sich in den letzten drei Jahren vom ursprünglichen Projekt zur festen Institution. «Wir sind sehr stolz darauf, dass der Kafi-Treff eine breite Durchmischung der Gäste erreichte und kein Alki-Treff, sondern ein Ort der Begegnung ist», sagte Suter.

Kassier Bernhard Kraft zeigte auf, dass dringend Handlungsbedarf bestehe, die Finanzierungsbasis zu vergrössern. Der personelle und administrative Aufwand durch den Betrieb einer zweiten Fachstelle in Schaffhausen und des Kafi-Treffs in Weinfelden sind gestiegen. Der Kanton Thurgau hat dem Blauen Kreuz erneut finanzielle Mittel aus dem Alkoholzehntel zugesichert. Dies als Anerkennung der Arbeit der Fachstellen im Rahmen des kantonalen Suchtkonzepts. Wie Andreas Baumann, Präsident des Blauen Kreuzes Schaffhausen-Thurgau, sagte, bietet dieser Leistungsvertrag eine gute Grundlage für die künftige Beteiligung des Kantons Schaffhausen an der Finanzierung.

Brockis liefern Einnahmen

In diesem Zusammenhang erwähnte Andreas Baumann die gut geführten Brockenstuben Pfyn und Wängi. Deren Erlöse, der Verkauf von Biberli durch Schulklassen und Freunde, die Spenden und Legate sowie Sammlungen trugen 2014 zu zwei Drittel der Nettoeinnahmen bei.

Bei Rahel Gerber-Iselin, Beraterin der Fachstelle Schaffhausen, meldeten sich 2014 vermehrt Frauen, die eine Beziehung mit einem alkoholabhängigen Partner führen. (red.)

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