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BISCHOFSZELL: Gar nicht erst in die Schuldenfalle tappen

Mit einer Kick-off-Veranstaltung hat der Kanton das neue Schuldenmodul Thurgau vorgestellt. Mit diesem sollen in der Sekundarschule Mängel im Finanzwesen behoben und Schulden präventiv verhindert werden.
Kurt Peter
Auch Amtschef Beat Brüllmann lässt sich das Spiel erklären. (Bild: K. Peter)

Auch Amtschef Beat Brüllmann lässt sich das Spiel erklären. (Bild: K. Peter)

Böse Roboter haben den Menschen das Geld geklaut und Jugendliche werden in ihrer Freizeit zu Helden, welche die Roboter jagen. Dies ist der Inhalt des Lernspiels «Finance Mission Hereos», das Teil des neuen Schuldenmoduls Thurgau ist (diese Zeitung berichtete). Laurent Jekai erklärt das Spiel: Zunächst muss der Spieler die Zeit seiner Spielfigur einteilen. «Lernzeit ist wichtig, weil schlechte Noten Abzug geben. Dann die Zeit für den Nebenjob, um die Kasse aufzubessern und schliesslich die Zeit für die Mission, die effektive Spielzeit.» Knifflig, denn wenn die Zeit nicht reicht, ist die Mission nicht abgeschlossen und es gibt Verluste. Zum Schluss der Mission gibt es eine Abrechnung über Aufwand und Ertrag.

Das Lernspiel und das neue Modul für Thurgauer Schulen wurden am Mittwoch in Bischofszell vorgestellt. Wie wichtig die Schuldenprävention ist, erklärte Regierungsrätin Cornelia Komposch: «Jede vierte Person im Thurgau ist mit Schulden konfrontiert.» Die Jugendlichen seien starken Konsumreizen ausgesetzt und im Elternhaus werde der Umgang mit Geld nur ungenügend oder gar nicht diskutiert. Das Modul sei ein wichtiges Instrument zur Prävention.

Der Umgang mit Geld muss früh gelernt werden

Beat W. Zemp, Zentralpräsident der Lehrerinnen und Lehrer der Schweiz und Präsident des am Modul beteiligten Vereins Finance Mission, sprach die Mängel im Finanzwissen an. Die Förderung der Finanzkompetenzen sei mit dem neuen Lehrplan auf der Sekundarstufe nun möglich. Er sprach an der Präsentation des Schuldenmoduls von einer Innovation für den Thurgau. Arbeitsgrundlagen in dieser Form gebe es in der Schweiz sonst nirgends.

Die Thurgauer Kantonalbank als Partnerin des Projekts trage Verantwortung, erklärte Heinz Huber, Vorsitzender der Geschäftsleitung. Jede fünfte Person im Kanton sei unter 20 Jahren. «Den Umgang mit Geld, das Erstellen eines Budgets muss früh gelernt werden. Das Schuldenmodul Thurgau ist eine effektive Schuldenprävention», sagte er. Zudem sei das Arbeitsmittel in einer den Jugendlichen zugänglichen Form erarbeitet worden. Und die Kantonalbank freue sich besonders, mit Benefo und Caritas zwei starke Partner an der Seite zu haben.

«Im Fachbereichslehrplan Wirtschaft, Arbeit, Haushalt des Lehrplans Thurgau ist vorgegeben, dass der Umgang mit Geld behandelt wird», sagte Beat Brüllmann, Leiter des Amtes für Volksschule. Wörtlich heisst es dort: «Die Schülerinnen und Schüler können Ursachen von Jugendverschuldung sowie der Schuldenspirale erklären und präventive Handlungsmöglichkeiten aufzeigen und diskutieren.»

Lernspiel als App

Als Fachpersonen für die Schulen stellen sich auch Mitarbeitende des Konkurs- und Betreibungsamtes zur Verfügung. Für dessen Leiter Roger Wiesendanger ist das Projekt «ein gutes Modul, welches eine Vorbereitungsstufe, Doppellektionen mit Fachleuten in den Klassen und eine Nachbearbeitung durch die Lehrpersonen vorsieht». Es biete einen Bezug zu den Lernzielen mit Frontalunterricht unter starkem Einbezug der Jugendlichen. Das Modul sei für die dritte Oberstufe geeignet, mehr als 25 Personen sollten sich aus Qualitätsgründen aber nicht am Kurs beteiligen.

Neben dem Arbeitsheft ist das Lernspiel ein wichtiger Bestandteil des Moduls. «Die Lehrpersonen sind auch gefordert, denn sie sollen die Lernerfahrung aus dem Spiel begleitend aufarbeiten», sagte Finance-Mission-Projektleiterin Ursula Huber. «Financial Mission Heroes» kann als App heruntergeladen werden und wird offline gespielt. Daten würden keine erhoben und die Eltern bekämen einen erklärenden Informationsbrief.

www.financemission.ch/schuldenmodultg

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