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Bis zur letzten Sekunde

Debatte 64 zu 53 gegen das Frühfranzösisch letztes Mal. Diesmal 62 gegen 60 Stimmen für den Französisch-Unterrichts in der Primarschule. Das Kantonsparlament hat im Sprachenstreit das Steuer denkbar knapp herumgerissen.

Vorauszusehen war diese Wende in letzter Sekunde bis zur letzten Sekunde nicht. Im Gegenteil: Die gestrige Debatte im Grossen Rat glich der ersten Lesung des Gesetzes wie ein eineiiger Zwilling. Dieselben Argumente, dieselben An­träge, dieselben Rollen und sogar die Redner waren über weite Strecken deckungsgleich. Einzig die rhetorische Forcierung der Massnahmen, welche Regierungs­rätin Monika Knill zur Verbesserung des Frühfranzösisch-Unterrichts vorgeschlagen hatte, machte den Unterschied. Und zeigte gleichzeitig, auf welches Ross die Erziehungsdirektorin und ihre Mit­streiter vor allem setzten. Im Gepäck hatte die Regierungsrätin unter anderem wieder eine grosszügigere Dispensationsmöglichkeit und Halbklassenunterricht. «Schaffen wir Raum und Zeit, um die vorgeschlagenen Massnahmen umzu­setzen», warb Knill für den Streichungsantrag und damit die Beibehaltung des Frühfranzösisch. Lanciert worden war der Antrag – wie beim ersten Mal – von SP-Kantonsrat Walter Hugentobler (Matzingen).

«Da ist viel warme Luft drin»

Die Sprecher von SP, FDP, GLP und BDP unterstützten den Vorstoss und plädierten dafür, der Regierung die Zeit zu ­geben, um die Rahmenbedingungen zu verbessern. Die SVP war mit grosser Mehrheit gegenteiliger Meinung, die CVP erneut gespalten, und die Grünen favorisierten, wie letztes Mal, einen Rückweisungsantrag, der dann aber gar nicht mehr nötig war. Regierungsrätin Knill versprach zudem, nach zwei Jahren Zwischenbilanz zu ziehen und dann zu entscheiden, ob es gar eine zusätzliche Lektion Französisch in der Primarschule geben soll. Die Gegner schlossen Knills Paket in ihre Grundsatzkritik am Frühfranzösisch ein. «Viel warme Luft», sagte etwa der Frauenfelder Schulpräsident Andreas Wirth (SVP). Und CVP-Kantonsrätin Käthi Zürcher (Romanshorn) kritisierte die Massnahmen, weil sie nur bürokratischen Mehraufwand brächten, «aber keine qualitative Verbesserung». Dann sprachen nur noch die nackten Zahlen. Nach der Bekanntgabe des Resultats kam spontaner Applaus auf. Die Grossratspräsidentin musste das Parlament zur Ordnung rufen: «Ich bitte Sie um etwas Ruhe, obwohl sich alle freuen. Oder eben nicht alle.»

Christian Kamm

christian.kamm

@thurgauerzeitung.ch

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