Bis zum Schluss über das eigene Leben bestimmen

Die Frühlingsveranstaltung des Seniorenvereins Hüttwilen befasste sich mit dem Vorsorgeauftrag und der Patientenverfügung. Die Referentin Barbara Merz gab auch persönliche Gedanken zum Thema preis.

Cornelia Roth-Herzog
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Rechtsanwältin Barbara Merz (Bild: Cornelia Roth-Herzog)

Rechtsanwältin Barbara Merz (Bild: Cornelia Roth-Herzog)

HÜTTWILEN. Fast etwas provokativ hatte der Seniorenrat Hüttwilen zu seiner Frühlingsveranstaltung ein Thema, mit dem sich die meisten erst im Herbst ihres Lebens – wenn überhaupt – auseinandersetzen: Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung. Die Referentin Barbara Merz, Rechtsanwältin und Präsidentin der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde, zeigte den rund 70 Zuhörern am vergangenen Donnerstag allerdings auf, dass eine frühzeitige Vorsorge die Chance ist, am Ende sagen zu können, das Leben sei schön gewesen.

Eigene Wertvorstellungen

Die Patientenverfügung regelt Aspekte der Gesundheitsversorgung wie diagnostische oder pflegerische Massnahmen. Mit einem Vorsorgeauftrag stellt jede urteilsfähige Person sicher, dass ihr Wille im Falle einer späteren Urteilsunfähigkeit von einer ihr nahestehenden Person oder einer Fachstelle umgesetzt wird. «Überlegen Sie sich deshalb, was Ihnen wichtig ist», forderte Barbara Merz die Zuhörer auf.

Wer soll entscheiden?

Besonders einer der letzten Ratschläge der Referentin gab nach dem Konzert des Seniorenchors beim Apéro zu reden: «Überlegen Sie sich gut, wer Sie bei medizinischen Massnahmen vertreten soll, wenn Sie urteilsunfähig sein sollten, der Partner oder eine Person, die etwas weiter entfernt ist. Denn es ist für jemanden, der 50 Jahre seines Lebens mit einem Menschen teilte, schwierig und belastend, den Stichentscheid fällen zu müssen, ob lebenserhaltende Maschinen abgestellt werden sollen.»