Biorender unterm Hammer

Bei der konkursiten Münchwiler Biogasproduzentin Biorender kommt es noch im März zur Versteigerung. Erst dann zeigt sich, ob und in welcher Form der Betrieb weitergeführt wird.

Hans Suter
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MÜNCHWILEN. «Es ist ein aussergewöhnlicher Fall», sagt Jürg Wacker vom Konkursamt des Kantons Thurgau. «Ich weiss nicht, ob schon jemals ein Konkursamt in der Schweiz eine Biogasanlage versteigert hat.»

Nachdem anfangs Oktober der Konkurs über die Biorender AG verhängt worden war, konnten die Gläubiger bis anfangs Dezember ihre Forderungen eingeben. Gegenwärtig wird der Kollokationsplan erstellt. Jürg Wacker geht davon aus, dass dieser im Laufe des kommenden Herbstes oder Winters vorliegt. Zuvor aber kommt es zur öffentlichen Gant. Laut Wacker dürfte dies im März der Fall sein.

Biogasanlage zu kaufen

Zur Versteigerung steht die Liegenschaft Nr. 413 mit Gebäuden und sogenanntem Zugehör im Gebiet Sigensee in Münchwilen – namentlich nebst Gebäuden und Grundstückflächen auch die Vergärungsanlage und die Aufbereitungsanlage zur Herstellung von Biogas.

An Gebäuden umfasst das Grundstück einen Maschinenraum Abwasser, ein Bürohaus, ein Betriebsgebäude, ein Klärbecken mit Betriebsgebäude, eine Tiersammelstelle und übrige befestigte Flächen von gut 4200 Quadratmetern. Das Lastenverzeichnis liegt den beteiligten Gläubigern bis zum 2. Februar beim Konkursamt des Kantons Thurgau in Frauenfeld zur Einsichtnahme auf. Klagen auf Anfechtung des Lastenverzeichnisses sind bis 29. Januar beim Bezirksgericht Münchwilen in Eschlikon einzureichen.

Mietvertrag für ein Jahr

Gegenwärtig wird die Anlage in Münchwilen, in der tierische Nebenprodukte und Speisereste zu Biogas vergärt werden, vom Herisauer Unternehmen Jakob Bösch AG weitergeführt. Bösch verfügt über einen Mietvertrag für die Dauer eines Jahres. Dieser Vertrag muss vom Käufer der Liegenschaft übernommen werden. Das produzierte Biogas wird bis auf weiteres von der Stadt St. Gallen zu einem festgelegten Preis abgenommen.

Gegenwärtig wird die auf tiefem Niveau arbeitende Anlage wieder langsam nach oben gefahren. Ein Signal, dass Jakob Bösch die Anlage übernehmen will? «Wir sind interessiert», sagt Jakob Bösch. Er will sich aber noch nicht in die Karten schauen lassen.

Er begründet dies mit den Worten: «Ob und zu welchem Preis wir den Zuschlag erhalten werden, lässt sich nicht voraussagen.» Sollte die Anlage in seinen Besitz gelangen, will er sie weiterführen. «Allerdings mit gewissen Anpassungen», wie er sagt, ohne näher darauf einzugehen. Zurzeit klärt er mit den einstigen Vertragsgemeinden ab, ob sie wieder Gas abnehmen würden.