Biorender: Stadt Wil kündigt Vertrag

Gemäss Stadtratsbeschluss zieht sich Wil vorsorglich vom Gas-Swap-Vertrag mit Erdgas Ostschweiz per Ende Juni 2013 zurück.

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WIL. Technische Probleme haben bei der Biorender AG aus Münchwilen zu hohen Schulden und Preisen für das produzierte Gas geführt. 2011 musste das Biogas durch die Technischen Betriebe Wil (TBW) mit rund 1,7 Millionen Franken aus der sogenannten Arbeitspreisreserve gestützt werden. 2012 dürften es weitere 600 000 Franken sein.

Preis auf acht Rappen festgesetzt

Im Aktionärsbindungsvertrag sind die Verpflichtungen Wils gegenüber der Biorender AG geregelt. Pikant dabei: In diesem Vertragswerk ist der Preis für Biogas auf acht Rappen begrenzt. Wil bezahlt indessen 25 bis 50 Rappen. Denn es gibt noch einen zweiten Vertrag: den Gas-Swap-Vertrag. Dieser regelt die Gaslieferung und Bezahlung über die Erdgas Ostschweiz (EGO) an die gasbeziehenden Biorender-Aktionäre. Und im Vertrag ist festgeschrieben, dass beim Bezug die bei der Biorender effektiv anfallenden Produktionskosten zu bezahlen sind – 50 anstatt acht Rappen im Jahr 2013.

Stadtrat verlangt Gutachten

Diesen Vertrag wird der Stadtrat nun vorsorglich künden und dem Parlament eine Vorlage unterbreiten. Dabei wird über eine Fortführung der Zahlungen an die Biorender AG und allenfalls einen Investitionsbeitrag zur Nachrüstung der Produktionsanlage zu entscheiden sein. Der Stadtrat verlangt von der Biorender AG insbesondere ein unabhängiges technisches Gutachten, das belegt, dass die Produktionsprognosen erreicht werden können. (hs)