BIENENRUNDGANG: 6 VON 19 STANDORTEN: Auf dem Bienenpfad

Es braucht nicht viel, um Honig- und Wildbienen das Leben zu erleichtern. Das zeigt ein Rundgang, den Stadt und Naturmuseum gemeinsam eingerichtet haben.

Donat Beerli
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Naturmuseumsdirektor Hannes Geisser und Andreas Weber von der Stadtgärtnerei platzieren auf dem ungemähten Teil der Burstelparkwiese einen Eckpunkt des Bienenrundgangs. (Bild: Andrea Stalder (Andrea Stalder))

Naturmuseumsdirektor Hannes Geisser und Andreas Weber von der Stadtgärtnerei platzieren auf dem ungemähten Teil der Burstelparkwiese einen Eckpunkt des Bienenrundgangs. (Bild: Andrea Stalder (Andrea Stalder))

Donat Beerli

donat.beerli

@thurgauerzeitung.ch

Die Rechnung ist einfach: ohne Bienen keine Vielfalt. Die Bestäuberinnen tragen wesentlich zur Verschiedenheit unserer Wild- und Nutzpflanzen bei. Um ihrer Aufgabe nachzukommen, brauchen die fleissigen Helferlein aber geeignete Lebensräume. «Genug Nahrung und ein Ort, wo sie ihre Jungen aufziehen können, sind am wichtigsten», sagt Hannes Geisser, Direktor des Kantonalen Naturmuseums. Dafür müssten sie eigentlich gar nicht weit suchen, denn die idealen Bedingungen findet man auch im Siedlungsgebiet. «Es braucht nur ein paar gezielte Massnahmen, um ihre Lebensraumbedingungen zu verbessern», sagt Geisser. Genau das wollen das Naturmuseum und die Stadt Frauenfeld mit ihrem neuen, gemeinsamen Projekt aufzeigen.

In der Schweiz gibt es 600 Bienenarten

Dafür haben diese einen Stadtrundgang mit 19 Standorten zusammengestellt. Jeder davon ist ein Beispiel dafür, wie Bienen auf unterschiedlichste Weise in verschiedenen Lebensräumen zurecht kommen: Hecken mit einheimischen Sträuchern, Linden, Blumenwiesen, Bienenhäuser, aber auch auf den ersten Blick unscheinbare Standorte wie Kiesplätze, wo Wildbienen ihre Nisthöhlen graben können. Der gesamte Rundgang ist sieben Kilometer lang und dauert zu Fuss ungefähr zwei Stunden.

Die Idee dafür ist im Rahmen der aktuellen Ausstellung «Wunderwelt der Bienen» im Naturmuseum entstanden. «Wir wollten dieses Thema nicht nur hinter verschlossenen Mauern präsentieren», sagt Geisser. Das Wissen über die Bienenwelt sei nach wie vor beschränkt. «Die Honigbiene ist zwar allseits bekannt», sagt der Museumsdirektor. Gelte sie doch nebst Rind und Schwein als drittwichtigstes Nutztier. «Dass in der Schweiz aber über 600 verschiedene Bienenarten leben, wissen nur die wenigsten.» Rund 50 Prozent davon seien vom Aussterben bedroht. Weltweit gibt es sogar 20000 Arten.

Bienenförderung betreibe die Stadt aber nicht erst mit diesem Projekt, sagt Andreas Weber, Vizechef der Stadtgärtnerei. «Wir sind uns unserer ökologischen Pflicht bewusst.» Tatsächlich sind im Stadtgebiet immer wieder Orte zu finden, die auf den ersten Blick vernachlässigt aussehen. Weber gibt zu, dass er deswegen ab und zu ein E-Mail bekomme. «Vielen ist nicht bewusst, dass Unordnung eben auch einen grossen ökologischen Wert hat.»

Der Bienenrundgang soll grosso modo so bestehen bleiben. Wie Hannes Geisser sagt, können einzelne Punkte dazukommen oder wegfallen. So wie die Blumenwiese beim Burstelpark – ein Paradies für die Bienen. Aber irgendwann muss diese dann wohl doch gemäht werden.

Bienen im Naturmuseum

Noch bis zum 10. September. Weitere Infos inklusive vollständiger Karte zum Rundgang unter www. naturmuseum.tg.ch

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