Bichelseer verweigern Pass

Ein tschechisches Paar scheitert mit seinen Einbürgerungsbemühungen an der Gemeindeversammlung von Bichelsee-Balterswil. Die beiden Rentner seien nicht ins Dorfgeschehen integriert, heisst es am Donnerstagabend.

Christoph Heer
Drucken
Teilen
Beat Weibel Gemeindepräsident Bichelsee-Balterswil (Bild: Olaf Kühne)

Beat Weibel Gemeindepräsident Bichelsee-Balterswil (Bild: Olaf Kühne)

BALTERSWIL. «Man sieht sie nicht, man kennt sie nicht, und sie nehmen nicht teil am Geschehen im Dorf!» Diese Worte eines Stimmbürgers sassen und sorgten wohl für die ablehnende Haltung der vorgängig noch unsicheren Stimmbürger. Es war Traktandum Nummer fünf der Gemeindeversammlung Bichelsee-Balterswil: die Einbürgerungen.

Dem tschechischen Ehepaar – sie 67, er 68 Jahre alt – wurde vorgeworfen, zwar seit Jahren in der Gemeinde wohnhaft, aber überhaupt nicht integriert zu sein. Die Anwürfe fruchteten. Mit 51 Nein- zu 30 Ja-Stimmen verweigerten die Bichelseer dem Paar die Einbürgerung. 13 Stimmbürger legten leer ein. Hingegen schien eine 42jährige Sri Lankerin genehmer. 85 Stimmbürger gewährten ihr den Schweizer Pass, sieben Bichelseer beharrten auch hier auf ein Nein.

Strassensanierung abgelehnt

Ein weiteres Traktandum musste am Donnerstagabend Federn lassen: 200 000 Franken für die Sanierung der Lochwiesstrasse. Mehrere Stimmbürger befanden, dass dies schlicht nicht erforderlich sei. «Genau für solche unnötigen Sanierungen wird zu viel Geld verschwendet.» Oder: «Unserem Eigenkapital müssen wir mehr Sorge tragen.» Die Votanten fanden Unterstützung. 74 Personen stimmten Nein zu diesem Kredit. Die Kredite für die Sanierungen der Lohstrasse (154 000 Franken) und der Stoffelwies (62 000 Franken) sowie für die weitere Umrüstung der Strassenbeleuchtung auf LED (34 000 Franken) brachte Gemeindepräsident Beat Weibel dann aber problemlos durch.

Steuerfuss bleibt gleich

Genauso wie auch das Haupttraktandum des Abends: das Budget 2016. Der Voranschlag für das kommende Jahr sieht in der laufenden Rechnung bei einem Aufwand von 4,4 Millionen ein Defizit von 184 000 Franken vor. Die Investitionsrechnung geht von Nettoinvestitionen von 280 000 Franken aus. Ihren Steuerfuss belassen die Bichelseer unverändert bei 49 Prozent.