Bichelsee wartet auf den Naturpark

Der Verein Regionale Entwicklung Tannzapfenland lud am Wochenende zu seiner Zukunftskonferenz. Vertreter des einheimischen Gewerbes, der Landwirtschaft und des Tourismus einigten sich darauf, drei konkrete Projekte weiterzuverfolgen. Am Anlass war allerdings nur eine Gemeinde präsent.

Ruth Bossert
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DUSSNANG. Sind es zehn, zwanzig oder gar hundert Leute, die ihren freien Freitagabend und den Samstag hergeben? Die Erwartungen der Vorstandsmitglieder des Projektes Regionale Entwicklung Tannzapfenland (PRE) waren hoch, als sie am Freitagabend die Interessierten an der Zukunftskonferenz in der Dussnanger Hörnlihalle in Empfang nahmen. Mit über 50 besetzten Stühlen war Vereinspräsident Werner Ibig zufrieden. Auch Gemeindepräsident Willy Nägeli gab sich zuversichtlich, lasse sich doch eine regionale Entwicklung nicht von oben herab verordnen. Er sei stolz, dass sich interessierte Menschen aus seiner Gemeinde zusammen mit Vertretern aus Gewerbe, Landwirtschaft und Tourismus gemeinsam überlegen, wie sich Lebensqualität und Wirtschaftskraft weiterentwickeln lassen und wie die Gemeinde attraktiv bleiben oder noch attraktiver werden könne.

Landfrauen und Glasfaser

So galt es am Freitagabend fürs erste, die «Perlen» der Region aufzulisten. Die Gruppen hatten keine Mühe, die zahlreichen Schmuckstücke zu finden. Von der intakten Landschaft über die gute Schule, das Kloster, den Skilift, den öffentlichen Verkehr bis zur geringen Bevölkerungsdichte, dem aktiven Vereinsleben und dem Naherholungsgebiet wurde alles genannt. In einer zweiten Runde diskutierten dann Gewerbler, Tourismusleute und Landwirte in separaten Runden. So wünschten sich die Gewerbler weniger Auflagen und bessere Voraussetzungen für das ortsansässige Gewerbe. Zum Beispiel, indem beim Landverkauf der Gemeinde an Bauinteressierte ein Nachlass gewährt würde, wenn ortsansässige Betriebe die Arbeiten ausführten. Knapp 30 Teilnehmer stürzten sich am Samstagmorgen erneut in die Arbeit und liessen den Träumen freien Lauf. So wünschte man sich eine Langlaufloipe, ein generationenübergreifendes Wohnprojekt, einen Geschenkharass aus der Region, günstiges Bauland und Wohnungen für Familien, ein Tannzapfenhaus, eine mobile Landfrauenbeiz, das Glasfasernetz für alle, ein eigenes Schlachthaus, eine Spielscheune und vieles mehr.

Landwirtschaft und Kultur

Aus der Fülle von Wünschen und Träumen kristallisierten sich noch vor dem Mittagessen drei klare Favoriten heraus, die von allen Teilnehmenden unisono als prioritär erklärt wurden. So fanden es die Anwesenden wichtig, die Gründung eines gemeinsamen Vereins für das Gewerbe, die Landwirtschaft und den Tourismus mit einer eigenen Geschäftsstelle voranzutreiben. Auch den Verkauf regionaler Produkte unter einem gemeinsamen Label erachtete man als wichtig, und als dritten Punkt möchte man ein Restaurant, das zum Verkauf ausgeschrieben ist, als genossenschaftliche Kulturbeiz betreiben. Als weiteres Ziel wünscht man sich ein Ausflugsrestaurant, das die grosse Lücke füllen könnte, die durch die Schliessung der Restaurants in Allenwinden und Au besteht. Bis zum frühen Abend tüftelten die Teilnehmer an den Konzepten, formulierten aus visionären Wünschen realistische Ziele und terminierten die ersten Sitzungen der Arbeitsgruppen, welche die favorisierten Ideen weiter bearbeiten. Das Ziel, mit den ausgewählten Ideen im Laufe des Jahres konkrete Projekte zu entwickeln, schien allen realistisch.

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