«Bewusste Berufswahl unterstützen»

Am Wochenende ging die zweite Auflage der Thurgauer Berufsmesse in Weinfelden zu Ende. Heinz Wendel, Geschäftsführer des kantonalen Gewerbeverbands als Messeveranstalter, denkt schon heute über die Zukunft nach, etwa über inhaltliche Erweiterungen und den Nutzen der Messe.

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Die besten Gipser: Stefano Catanese, Dotzigen (3.); Serafin Steinemann, Rüfenacht (1.); Ludovic Dedominici, Montreux (2.).

Die besten Gipser: Stefano Catanese, Dotzigen (3.); Serafin Steinemann, Rüfenacht (1.); Ludovic Dedominici, Montreux (2.).

Herr Wendel, die zweite Berufsmesse Thurgau stiess mit rund 6500 Besuchern auf grosses Interesse. Wird es 2013 eine dritte Auflage geben?

Heinz Wendel: Das war gar keine Diskussion. Von Anfang an war eine jährliche Messe geplant. Das enthusiastische Feedback nach der ersten Auflage hat uns darin bestätigt.

Die Thurgauer Berufsmesse wird damit zu einer ernst zu nehmenden Konkurrenz für die Ostschweizer Berufsausstellung OBA.

Wendel: Konkurrenz belebt. Grundsätzlich wollten wir für die Thurgauer Branchenverbänden und Unternehmen einfach eine Möglichkeit schaffen, direkt mit den Jugendlichen in Kontakt zu treten. Mit der OBA können wir uns aufgrund ihrer Grösse nicht vergleichen. Zugleich verfügen wir im BBZ aber über räumliche Bedingungen, von den Lehrwerkstätten bis zur Schulküche, welche die OBA nicht hat.

Wo sehen Sie Entwicklungspotenzial für eine nächste Messe?

Wendel: Bisher haben wir uns auf die Grundbildung konzentriert. Sobald sich uns die Chance bietet, die Messe räumlich auszuweiten, wollen wir den Jugendlichen auch in grösserem Ausmass berufliche Weiterbildungsmöglichkeiten aufzeigen.

Am Donnerstag und Freitag war die Berufsmesse nicht überfüllt, aber doch sehr gut besucht von Schülern in ihren Klassenverbänden. Gibt es Ideen, die Messe auf vier Tage zu verlängern?

Wendel: Momentan denken wir, dass die dreitägige Messe besuchermässig funktioniert. Mit den Klassenbesuchen am Donnerstag und Freitag sowie dem Samstag als angedachtem privatem Besuchstag für Schüler und ihre Eltern kommen wir von der Auslastung her gut durch. Nach dem Erstbesuch im Klassenverband konkretisieren sich am Samstag die Gespräche, wie die Aussteller mir erklärt haben.

Viele Lehrkräfte lobten die durch die Berufsmesse zur Verfügung gestellten Arbeitsmaterialien zur Vorbereitung auf den Messebesuch.

Wendel: Die Arbeitsmaterialien konnte ich in Absprache mit den Schulleitungen und Lehrervertretungen zusammenstellen.

Die Aussteller wussten die Jugendlichen mit ihren erlebbaren Auftritten zu begeistern.

Wendel: Schon im Vorfeld der ersten Berufsmesse haben wir den Ausstellern gesagt: Macht was, lasst euch was einfallen, damit's für die jugendlichen Besucher interessant wird. Zudem schlugen wir vor, dass die Stände in erster Linie durch junge Lernende betreut werden sollten. So kann auf Augenhöhe mit den Jugendlichen gesprochen werden. Das macht die Kontaktaufnahme einfacher und den Auftritt dadurch wirkungsvoller.

Die Schweizer Berufsmeisterschaften der Maler und Gipser sowie auf kantonaler Ebene der Wettkampf der Maurer zogen viele Schaulustige an. Wie kommt es, dass diese Meisterschaften in Weinfelden stattfinden konnten?

Wendel: Der Schweizerische Maler- und Gipserunternehmer-Verband suchte nach einem Austragungsort. Ein Thurgauer, der im Zentralvorstand Einsitz hat, wies auf unsere Berufsmesse hin und hat einen ersten Kontakt gemacht. Die Durchführung der nationalen Berufsmeisterschaften haben wir gerne übernommen.

Soll es 2013 an der Berufsmesse auch wieder Platz haben für solche Wettkämpfe?

Wendel: Nach der kantonalen Maurer-Meisterschaft dieses Jahr stehen wir für 2013 im Gespräch, die Maurer-Regionalmeisterschaft für Zürich und die Ostschweiz durchführen zu können.

Ein inhaltlicher Schwerpunkt lag heuer auf dem Aspekt des zukünftigen Nachwuchsmangels im Bereich der Berufslehren. Diese Thematik wird wohl nicht nur den Gewerbeverband in den nächsten Jahren auf Trab halten?

Wendel: Das wird definitiv so sein. Eine Motivation der Berufsmesse ist es, den Jugendlichen Möglichkeiten aufzuzeigen und sie so bei einer bewussten Berufswahl unterstützen zu können. Dies wiederum kommt den Unternehmen in Zukunft, da sich die Nachwuchsproblematik verschärfen wird, zugute.

Das Datum für die dritte Berufsmesse steht schon?

Wendel: 2013 wird die Messe von Donnerstag, 19., bis Samstag, 21. September, stattfinden.

Interview: Mathias Frei

www.berufsmesse-thurgau.ch

Marc Weishaupt durfte sich als Thurgauer Kantonsmeister bei den Maurerlehrlingen feiern lassen.

Marc Weishaupt durfte sich als Thurgauer Kantonsmeister bei den Maurerlehrlingen feiern lassen.

Die besten Dekorationsmalerinnen: Monika Bieri, Escholzmatt (2.); Sabrina Peterhans, Fislisbach (1.); Natascha Walter, Winterthur (3.). (Bilder: Werner Lenzin)

Die besten Dekorationsmalerinnen: Monika Bieri, Escholzmatt (2.); Sabrina Peterhans, Fislisbach (1.); Natascha Walter, Winterthur (3.). (Bilder: Werner Lenzin)

Heinz Wendel Geschäftsführer des Thurgauer Gewerbeverbands (Bild: Quelle)

Heinz Wendel Geschäftsführer des Thurgauer Gewerbeverbands (Bild: Quelle)