BEWEGUNG: Reitsport und Tanz entdecken J+S für sich

Sportangebote für Jugendliche werden im Thurgau je länger je besser genutzt. Das Förderungsprogramm J+S zahlt dafür immer mehr Beiträge aus.

Larissa Flammer
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Larissa Flammer

larissa.flammer@thurgauerzeitung.ch

Thurgauer Sportvereine, Schulen und Jugendorganisationen haben im Jahr 2016 vom Bund mehr als zwei Millionen Franken an Beiträgen für ihre J+S-Angebote erhalten. Regierungsrätin Monika Knill freut sich im Vorwort zum aktuellen Sportförderungsbericht über die Rekordsumme von 2,3 Millionen Franken. Das bedeutet gemäss Bericht eine Steigerung von 37 Prozent seit 2012. Gemäss Knill zeigt dies, dass die Jugendlichen die zahlreichen Angebote nutzen.

Auch Hanu Fehr, beim kantonalen Sportamt für Jugend und Sport (J+S) zuständig, freut sich über diese Zahl. Denn sie lasse sich nicht nur mit der grösser werdenden Anzahl Jugendlicher erklären. Sie zeige vor allem, dass mehr Vereine Leiter in die J+S-Ausbildung schicken würden und daher der Leiterbedarf gross sei. «Das System J+S ist im Thurgau erfolgreich», sagt Fehr.

Rund 33500 Jugendliche haben 2016 an einem J+S-Kurs oder -Lager teilgenommen. Wie in den vergangenen Jahren waren es mehr Knaben (18330) als Mädchen (15186). Die mit Abstand beliebteste Sportart ist Fussball, wie der Sportförderungsbericht zeigt (siehe Grafik). Stark zugelegt haben unter anderem Reiten sowie Gymnastik und Tanz. Andere Sportarten konnten dagegen weniger Beiträge beantragen – etwa Fechten, Volleyball oder Schwimmen.

Die Höhe der Beiträge wird über die Anzahl Teilnehmer und eingesetzter J+S-Leiter berechnet. Für einige Entwicklungen gibt es eine Erklärung, andere sind dem Zufall zuzuschreiben. Die steigenden Beiträge für Orientierungslauf etwa erklärt Hanu Fehr mit der «Öpfel-Trophy»: Die OL-Serie für Einsteiger und Profis, die seit 2011 jährlich im ganzen Thurgau organisiert wird. «Zusätzlich haben sicher auch die Erfolge der Hubmann-Brüder einen Einfluss.» Baseball erhalte seit 2013 Beiträge, weil jemand vom Baseballclub Romanshorn Submarines auf die Möglichkeiten von J+S aufmerksam geworden sei.

Neben dem Breitensport unterstützt der Bund gemeinsam mit Swiss Olympic auch die leistungsorientierte Nachwuchsförderung. Im Thurgau erhält etwa die «Swiss Volley Talent School Amriswil» solche Beiträge. Im März teilte der Bund jedoch mit, aus der Nachwuchsförderung auszusteigen. Die Thurgauer Regierung warnt in ihrer Vernehmlassungsantwort davor, dass die durch die Nachwuchsförderung beanspruchten Beiträge künftig im Breitensport fehlen werden. Auch Sportamtchef Peter Bär zeigte sich gemäss aktuellem Bericht der Geschäftsprüfungs- und Finanzkommission des Grossen Rats besorgt über diese Ankündigung. Wie genau die Thurgauer Sportförderung betroffen sein wird, ist noch nicht bekannt.