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BEVÖLKERUNG: Das Rheintal wächst am stärksten

Der Kanton St. Gallen zählt erstmals mehr als eine halbe Million Einwohner. Am meisten zugelegt haben Gemeinden abseits der grossen Zentren. Von den Städten ist einzig Rorschach ganz vorne dabei.
Adrian Vögele

Adrian Vögele

adrian.voegele

@tagblatt.ch

St. Gallen schrumpft: Diese Nachricht machte vor kurzem die Runde. Gemeint war die Kantonshauptstadt, deren Bevölkerungszahl gesunken ist. Nun zeigt sich: Der Kanton St. Gallen als Ganzes wächst weiterhin, wenn auch unterdurchschnittlich. Das Wachstum der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz lag im vergangenen Jahr bei 1,1 Prozent, wie eine neue Auswertung des Bundesamts für Statistik zeigt. Im Kanton St. Gallen waren es 0,7 Prozent, ebenso in Appenzell Ausserrhoden. Die beiden Kantone sind damit im hinteren Mittelfeld. Innerrhoden befindet sich zusammen mit Neuenburg ganz am Ende der Tabelle, mit einem Zuwachs von 0,2 Prozent. Zu den Boom-Kantonen gehört hingegen der Thurgau: Hier ist die ständige Wohnbevölkerung um 1,2 Prozent gewachsen.

Trotz seines vergleichsweise schwachen Wachstums hat der Kanton St. Gallen die Grenze zur halben Million durchstossen: 502 476 Personen wohnten hier Ende des vergangenen Jahres, das sind über 3400 mehr als ein Jahr zuvor. Die Zunahme fand vor allem abseits der grossen Zentren statt. Am stärksten entwickelt hat sich das Rheintal. Über 900 Personen mehr leben in dem Wahlkreis. Den zweiten Platz belegt die Region Werdenberg: Hier beträgt der Zuwachs gegen 490 Personen.

Toggenburg wächst stärker als Region St. Gallen

Als einzige Stadt hat es Rorschach in der Spitzengruppe geschafft: 190 Personen beträgt das Plus – und vor allem der Gegensatz zu den Nachbargemeinden fällt auf: Rorschacherberg beispielsweise hat 125 Personen weniger als noch 2015, das ist der markanteste Rückgang im ganzen Kanton. Rückläufig ist die Bevölkerungszahl auch in Goldach (–59 Personen).

Von den zehn grössten Gemeinden haben einzig Buchs und Flawil einen Zuwachs von über 100 Personen erreicht. In den grösseren Städten sind die Werte tiefer. Rapperswil-Jona kommt auf ein Plus von 81 Personen, dicht dahinter folgt Wil (+80 Personen). Das Minus der Stadt St. Gallen beträgt 61 Personen. Die Wohnbevölkerung im Wahlkreis St. Gallen nimmt zwar nach wie vor zu – etwa dank Wittenbach (+126 Personen) –, verglichen mit den anderen Wahlkreisen schneidet er aber schlecht ab. Nur im Kreis Rorschach ist die Zunahme noch geringer. Weiter vorne liegt das Toggenburg: Die oft gehörte Annahme, in der gesamten Region nehme die Bevölkerungszahl ab, trifft nicht zu. Fünf Gemeinden im Wahlkreis liegen im Minus, sechs jedoch im Plus. Zu Letzteren gehören Kirchberg (+103 Personen), Lütisburg (+90) und Mosnang (+89). Der Zuwachs in Lütisburg beträgt 6,2 Prozent – das ist das grösste relative Wachstum im ganzen Kanton. Insgesamt hat die ständige Wohnbevölkerung im Toggenburg um gut 300 Personen zugenommen.

www.statistik.sg.ch

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