BETTWIESEN: Ohne Führung, mit Ruhe

Die Katholische Kirchgemeinde bleibt auch nach ihrer Jahresversammlung ohne Behörde. Es gibt aber Anzeichen, dass sich die Wogen glätten.

Simon Dudle
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Verwalter Paul Rutishauser leitet die Bettwieser Kirchgemeindeversammlung wort- und gestenreich (Bild: Simon Dudle)

Verwalter Paul Rutishauser leitet die Bettwieser Kirchgemeindeversammlung wort- und gestenreich (Bild: Simon Dudle)

Simon Dudle

hinterthurgau@thurgauerzeitung.ch

Seit über einem Jahr sind die 386 stimmberechtigten Katholiken von Bettwiesen nach internen Querelen ohne Behörde und werden seit April des vergangenen Jahres kommissarisch verwaltet. Dabei bleibt es bis auf weiteres.

Denn an der Kirchgemeindeversammlung von Mittwochabend musste das Traktandum «Wahl der Kirchenvorsteherschaft» erwartungsgemäss verschoben werden. Nachdem es im vergangenen Oktober so ausgesehen hatte, als stünden für das fünfköpfige Gremium ebenso viele Personen zu Verfügung, reduzierte sich die Zahl danach wieder. Der ehemalige Kirchenpräsident Walter Meier hätte sich wieder als Präsident zur Verfügung gestellt – allerdings nur interimistisch. Er sagte vor versammelter Runde: «Ich wollte das Amt nicht zurück. Nach zähem Ringen mit mir selber hatte ich aber angeboten, nochmals für zwei Jahre Präsident zu sein.»

Da neben Meier nur noch eine weitere Person für die Behörde fix zugesagt hatte, fand die Wahl nicht statt. Mindestens drei Mitglieder sind nötig, um beschlussfähig zu sein. Somit bleiben Paul Rutishauser kommissarischer Verwalter und Hermann Studer kommissarischer Kirchenpfleger. Sobald genügend Kandidaten gefunden sind, findet die Ersatzwahl statt. Steht Meier dann als Präsident zur Verfügung? «Eher nein», sagte er.

Beitritt zu Nollen-Thur genehmigt

Auch wenn mit den Wahlen das wichtigste Traktandum verschoben werden musste und weiterhin keine Behördenmitglieder in Sicht sind, gibt es Anzeichen, dass Katholisch-Bettwiesen auf ruhigere Zeiten zusteuert. An der Versammlung blieben gegenseitige Angriffe aus, und es wurde auf der Sachebene diskutiert – auch bei der Entscheidung, ob dem Kirchgemeindeverband Nollen-Thur beigetreten werden soll. Zwar sind die Kosten höher, dafür fallen seelsorgerische Arbeiten weg, und diesbezüglich ist das Angebot grösser. Bei nur drei Gegenstimmen wurde dem Beitritt zugestimmt. Der Steuerfuss steigt von 25 auf 27 Prozent, womit die Gemeinde nun vom Finanzausgleich profitiert.

Gar nur eine Gegenstimme war auszumachen, als es darum ging, zwei Delegierte für den Verband zu entsenden. Gewählt wurden der ehemalige Kirchenpräsident Meier und Lukas Stillhart.