BESUCH IN DER PAKETZENTRALE: «Es werden ganze Christbäume verschickt»

An ihrem Rekordtag schleust die Paketzentrale in Frauenfeld 488'200 Päckli durch die Anlage. Zentrumsleiter Titus Bütler und sein Team setzen alle Hebel in Bewegung, dass die Pakete rechtzeitig unter den Christbaum kommen.

Amy Douglas
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Titus Bütler, Leiter des Paketzentrums in Frauenfeld, steht in der grossen Halle, wo zurzeit Hochbetrieb herrscht. (Bild: Donato Caspari)

Titus Bütler, Leiter des Paketzentrums in Frauenfeld, steht in der grossen Halle, wo zurzeit Hochbetrieb herrscht. (Bild: Donato Caspari)

In der Paketzentrale in Frauenfeld herrscht derzeit Ausnahmezustand: In den Tagen kurz vor Weihnachten hat die grosse Anzahl der Pakete, die Tag für Tag durch die Anlagen geschleust werden, den Peak erreicht. Zentrumsleiter Titus Bütler gibt Auskunft darüber, wie die Päckli trotzdem pünktlich unter den Weihnachtsbaum kommen.

Herr Bütler, wie läuft es so kurz vor Weihnachten?
Wir haben wahnsinnig viele Pakete, es sind noch mehr als im letzten Jahr. Am Dienstag hatten wir sogar unseren bisherigen Rekordtag.

Was heisst das?
Wir hatten 488'200 Päckli. Wenn man die wie in einer Perlenkette aneinanderreihen würde, ergäbe das eine Gesamtstrecke von Rorschach bis nach Bern.

Kommen Sie denn noch zum Schlafen?
Ja, aber wir haben die Schichten verlängert und 90 zusätzliche Leute eingestellt. Die Anlagen sind fast pausenlos in Betrieb. Wir sind motiviert, alle Pakete pünktlich unter den Weihnachtsbaum zu bringen.

Sie sind extrem auf Ihre Maschinen angewiesen.
Grössere Störungen dürfen wir uns jetzt nicht erlauben. Deshalb haben wir viel in vorbeugenden Unterhalt investiert. Die Techniker sind immer vor Ort.

Wie stark ist die «Päckliflut» angestiegen?
Es ist von Jahr zu Jahr zwischen einem und drei Prozent mehr. Vor allem die Anzahl der Priority-Pakete hat deutlich zugenommen.

Woran liegt das?
Der Grund ist der Einfluss von E-Commerce. Die Leute bestellen teils vom Smartphone aus und wollen am nächsten Tag ihre Bestellung erhalten. Die Welt ist schneller geworden und dem stellen wir uns.

Welches sind die teuersten Pakete?
Je schwerer und sperriger, desto teurer kommt das Päckli. Ein unverpackter Schlitten oder ein Teddybär mit Adressschild zum Beispiel können bis zu 29 Franken kosten. Es werden auch immer wieder Christbäume verschickt.

Was passiert mit falsch adressierten Päckchen ohne Absender?
Nehmen wir den Klassiker: Die Adresse ist abgefallen. Wir bringen das Paket in die Päckliklinik, öffnen es und suchen nach einem Lieferschein, der Angaben über die Adresse enthält.

Generell: Wie kommt das Päckli sicher an?
Wichtig ist eine stabile Schachtel, die gut verklebt ist, bitte keine Schnur. Die Adresse sollte in Druckbuchstaben geschrieben werden, da sie mit einem Computerprogramm gelesen wird. Die wunderschöne Schnürlischrift erkennt dieser leider nicht.