BESTÄUBUNG: Mit Multikoptern auf der Jagd nach Bienen und Blüten

Die Forschungsstelle Agroscope sucht jene Wildpflanzen, die Bienen am meisten lieben.

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In 24 Landschaften in den Kantonen Aargau, Thurgau und Zürich gehen seit April Mitarbeiter der eidgenössischen Forschungsstelle Agroscope ins Feld. Mit Hilfe von Multikoptern, einer Art Drohnen, kartieren sie die wildblühenden Pflanzen. Beobachtet werden Bienen und andere Bestäuber, wie Carole Enz vom Agroscope-Mediendienst mitteilt. Untersucht wird der Zusammenhang zwischen dem saisonalen Vorkommen von blühenden Wildpflanzen und der Bestäubungsleistung in den Kulturen.

Die untersuchten Insekten sind darauf angewiesen, dass sie während der ganzen Vegetationszeit Pollen und Nektar sammeln können. Hummeln etwa nutzen bereits früh im Frühling die ersten blühenden Wildpflanzen, damit sie ihr Volk aufbauen können. Das ist die Voraussetzung dafür, dass sie später im Jahr ihre Arbeit in den landwirtschaftlichen Kulturen leisten und Obstbäume, Raps und andere Kulturpflanzen bestäuben können. Welche Wildpflanzen zu welcher Jahreszeit von den Bestäubern genutzt werden, ist jedoch nicht genau bekannt.

Für die aufwendigen Erhebungen besuchen mehrere Feldteams die Landschaften regelmässig und registrieren die Blüten auf Wiesen, in Hecken und an Waldrändern. Mit den Multikoptern werden ausgewählte Ausschnitte der Agrarlandschaft fotografiert, um das Blühangebot zu erfassen. In diesen Landschaften werden ausserdem Versuche mit Ackerbohnen durchgeführt, um die Bestäubungsleistung zu messen.

Ziel ist es, die Bestäubung der Kulturen zu sichern

Die ferngesteuerten Multikopter fliegen 50 Meter über dem Boden, um Farbfotos mit einer Auflösung von circa 3 Millimeter machen zu können. Eingesetzt werden auch sogenannte Gelbschale, um fliegende Insekten zu fangen. Aus Art und Anzahl der gefangenen Tiere kann man auf ihr Vorkommen und ihre Bedeutung in der Landschaft schliessen.

Als Ergebnis sollen Empfehlungen darüber abgeleitet werden, welche blühenden Wildpflanzen in der Agrarlandschaft besonders wichtig sind für Bienen und daher besonders gefördert werden sollten, damit die Bestäubung der Kulturen gesichert werden kann.

Zum Untersuchungsgebiet gehören im Kanton Thurgau die Orte Aadorf, Lanzenneunforn, Hörhausen und Dettighofen (Pfyn). (red)