Besoldungsanpassung gefordert

Regierungspräsidentin Monika Knill kündigte den Thurgauer Kindergärtnerinnen im Rahmen der Besoldungsrevision eine Anhebung des Minimallohnes auf 100 Prozent an. Die Vernehmlassung läuft bis Mitte Dezember.

Werner Lenzin
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FRAUENFELD. «Der Spiegel ist ein Symbol für die Selbst- und Fremdbeurteilung, und wir Kindergärtnerinnen sind der Spiegel von uns selbst», begrüsste Konferenzpräsidentin Tanja Kroha ihre 300 Kolleginnen an der Thurgauer Kindergartenkonferenz. Sie forderte eine Anpassung der Besoldung und bezeichnete es als vorrangig, dass die Kindergärtnerinnen ihr Image ändern.

Der Rektor der Kantonsschule Frauenfeld, Hanspeter Hitz, rief den Kindergärtnerinnen ins Bewusstsein, dass selbstbewusste Menschen nicht so schnell ideologisch zu verführen sind. «Sie spüren die gesellschaftlichen Veränderungen zuerst und befassen sich an der heutigen Tagung mit neuen Horizonten und spannenden Inhalten», ergänzte Schulpräsident Andreas Wirth.

Für Referentin Cordula Winter-Schweizer, die in einem Grossunternehmen für das emotionale Thema Kundenbindung verantwortlich zeichnet, müssen die Kindergärtnerinnen vom verstaubten «Jöh wie härzig – mit de Chinde spiele»-Image wegkommen. «Sie bilden das Fundament für die Entwicklung des Kindes zum verantwortungsvollen Jugendlichen und Erwachsenen.»

Wie die Konferenzteilnehmerinnen von Regierungspräsidentin Monika Knill erfuhren, laufen die Vorarbeiten zur Revision der Besoldungsgrundlagen. «Die Ausgaben für die Besoldungskosten im Volksschulbereich betrugen 2010 245 Millionen Franken, und die neue Vorlage beinhaltet eine Anhebung des Mindestlohnes auf 100 Prozent, und insbesondere Kindergärtnerinnen zwischen dem 5. und 20. Dienstjahr dürfen mehr Lohn erwarten», sagte Knill. Die Vernehmlassung läuft bis Mitte Dezember. Die Entscheidung liegt beim Grossen Rat.

Für Walter Berger, Chef Amt für Volksschule, berücksichtigt die neue Lohnvorlage den Lehrermangel. Er macht keinen Hehl daraus, dass dieses Jahr die Kindergartenstellen nur mit Mühe besetzt werden konnten. Laut seinen Aussagen hätte das Anheben des Minimallohnes ins Lohnband 2 ein Ansteigen des Minimallohnes von 70 500 Franken auf 75 800 Franken zur Folge, Kindergärtnerinnen im 11. Dienstjahr könnten mit 8000 Franken mehr Lohn rechnen und würden neu 7 Prozent unter dem Primarlehrerlohn liegen. Gemäss Walter Berger beinhaltet die neue Regelung der Jahresarbeitszeit die Verabschiedung vom Lektionendenken hin zu Nettoarbeitsstunden. Als sichtbare Erfolge von Bildung Thurgau nannte Präsidentin Anne Varenne die Tatsache, dass der Berufsauftrag und die Jahresarbeitszeit nun in der Entscheidungsphase sind.